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"Kaninchen-Papier":Tauber stellt sich nach Mobbing-Vorwürfen seiner Basis

Peter Tauber

Seit Tagen überschlagen sich die Nachrichten um Peter Tauber. Es geht um ein Papier mit dem Titel "Pflegehinweise für das Kaninchen" und Mobbing-Vorwürfe.

(Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters)

"Ich bin ein Mensch, ich mache Fehler." Der CDU-Generalsekretär hat sich erstmals vor seinem Heimatkreisverband geäußert. Doch schon sind neue Gerüchte im Umlauf.

Peter Tauber braucht keinen Tagesordnungspunkt. Ihn kennt hier jeder und jeder weiß, wieso er, der Generalsekretär der CDU, an diesem Abend ins hessische Bruchköbel gekommen ist. Wieso er da ist, die Fernsehkameras filmen und die Fotoapparate blitzen, noch ehe die eigentliche Veranstaltung begonnen hat.

Freitag, 18 Uhr, Kreisparteitag. Die Mehrzweckhalle Bruchköbel-Niederissigheim in Hessen, an den Wänden das Wappen der Landfrauen und das Wappen des Schützenvereins Falke. Die Tagesordnung umfasst 14 Punkte, Punkt 4: Wahl eines Schriftführers, Punkt 5: Wahl der Mandatsprüfungskommission, so geht das immer weiter, irgendwann soll noch die Kandidatin für die Landratswahl im nächsten Jahr gekürt werden. An einem normalen Abend säße hier ein Reporter der Lokalzeitung. Aber es ist kein normaler Abend.

Süddeutsche Zeitung Politik Mobbing-Fall: Neue Vorwürfe gegen Peter Tauber
"Kaninchen"-Papier

Mobbing-Fall: Neue Vorwürfe gegen Peter Tauber

Mitarbeiter Taubers sollen Telefongespräche einer Parteifreundin mitgehört und den Inhalt anschließend an Tauber "berichtet" haben. Der Generalsekretär räumt derweil einen Fehler ein.   Von Robert Roßmann

Seit Tagen überschlagen sich die Nachrichten um Peter Tauber, es geht um ein Papier mit dem Titel "Pflegehinweise für das Kaninchen", mit dem die damalige Kreisgeschäftsführerin Anne Höhne-Weigl aus dem Amt gedrängt werden sollte. Und es geht darum, wieso Peter Tauber davon gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben soll.

Der 42-Jährige also betritt die Bühne, dunkelgrauer Anzug, hellgrüne Krawatte. Das zuletzt viel diskutierte Papier sei "ein Fehler" gewesen. Tauber war Kreisvorsitzender, als 2006 die "Pflegehinweise für das Kaninchen" die Runde machten. Tauber sagt, er habe das Schreiben nicht verfasst, aber "wie andere" davon gewusst. Dass er darüber geschwiegen habe, tue ihm leid. "Ich bin Peter Tauber, ich bin ein Mensch, ich mache Fehler." Über ehemalige Mitarbeiter wolle er sich nicht negativ äußern.

Die Vorwürfe

Die Vorwürfe gegen ihn gehen mehrere Jahre zurück. In dem neunseitigen Schreiben wird unter anderem empfohlen, der Kreisgeschäftsführerin Anne Höhne-Weigl mit der Kündigung ihrer Tochter zu drohen, sollte sie nicht freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Die Tochter arbeitete ebenfalls bei der CDU. Weiter heißt es: "Damit das Kaninchen nicht übermütig wird, sollte man ihm das Leben... schwer machen" - konkret etwa durch ein "Verbot der Nutzung des Internets für private Zwecke und der Ankündigung, den Mail-Verkehr mittels Stichproben zu kontrollieren." Das Mobbing war letztlich auch deshalb nicht erfolgreich, weil Geschäftsführerin Höhne-Weigl, "das Kaninchen", das Schreiben in die Hand bekam. Taubers Vorgänger als Kreisvorsitzender, Tom Zeller, hat mittlerweile die Verantwortung übernommen. Er sagte aber auch, Tauber sei "an den Überlegungen beteiligt" gewesen.

Höhne-Weigl klagte daraufhin, Tauber habe sie auch persönlich gemobbt. Ein Mitarbeiter Taubers habe sowohl dienstliche als auch private Telefongespräche von ihr mitgehört und den Inhalt anschließend weitergetragen, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Mitarbeiter der Kreistagsfraktion hätten für ihn schriftlich festgehalten, "ob ich lächle, wie ich telefoniere (in welchem Ton), ob ich die Rollos der Fenster auch schließe".