Kandidaten für die russische Präsidentschaft:Der Wankelmütige, der Polit-Clown und der Kommunist

Lesezeit: 3 min

Die Kandidaten für das Rennen um das Amt des russischen Präsidenten stehen fest - unter ihnen eine Art Polit-Clown, der Chef der Kommunistischen Partei und einer, den die Russen als wankelmütig bezeichnen. Die drei Kandidaten im Kurzportrait.

Jessica Schober

Die Kandidaten für das Rennen um das Amt des russischen Präsidenten stehen fest - unter ihnen eine Art Polit-Clown, der Chef der Kommunistischen Partei und einer, den die Russen als wankelmütig bezeichnen. Die drei Kandidaten im Kurzportrait.

Sergey Mironov, presidential candidate speaks during a news confe

Sergej Mironow, Vorsitzender der Partei Gerechtes Russland, hält sein Fähnlein in den Wind des russischen Protests: Zuletzt profilierte er sich immer stärker als Kreml-Kritiker.

(Foto: dpa)

Der Wankelmütige: Sergej Mironow

Er hat es schon einmal versucht und ist kläglich gescheitert: 2004 trat Sergej Mironow bei den Präsidentenwahlen an, um Wladimir Putins Kandidatur zu unterstützen, wie er sagte. Am Ende holte Putin mehr als 70 Prozent der Stimmen. Mironow war mit seinen 0,75 Prozent "äußerst zufrieden". Nun hat sich die Stimmung in manchen Teilen des Landes gedreht - und so hält auch der aus dem Petersburger Clan stammende Mironow sein Fähnlein in den Wind des Protests. "Ich mache das nicht, um anzutreten, sondern um zu gewinnen", sagte der 58-Jährige. Er rechne fest mit einer Stichwahl.

Dabei hatte sich Mironow als Vorsitzender des Föderationsrats mit Kritik am Kreml bislang zurückgehalten. Seine linkskonservative Partei Gerechtes Russland ist für viele nur die Imitation einer parlamentarischen Opposition, weil sie die meisten Gesetzentwürfe in der Duma einfach nur durchwinkt. In letzter Zeit profilierte sich Mironow aber immer stärker als Kreml-Kritiker. Wie die Wirtschaftszeitung Wedomosti schreibt, könnten sich liberal gesinnte Wähler, die Putin ablehnen, nach dem Rauswurf Jawlinskis nun am ehesten auf Michail Prochorow oder eben Mironow konzentrieren.

Ein Versprechen, mit dem Mironow zuletzt auf Stimmenfang ging, nutzte er jedenfalls auch als Seitenhieb auf Dmitrij Medwedjew: Noch im Herbst wolle er die Uhrenumstellung, mit der Medwedjew auf viel Missmut in der Bevölkerung gestoßen war, rückgängig machen und zur Winterzeit zurückkehren.

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