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Kampf um Wirtschaftsmetropole Aleppo:Vereinte Nationen schicken Beobachter nach Hause

Auch in anderen Landesteilen gingen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter. Gefechte und Angriffe der Regimetruppen wurden unter anderen aus Rastan bei Homs, Idlib, Deir as-Saur und Daraa gemeldet. Die lokalen Koordinierungskomitees sprachen von 200 Toten, darunter Frauen und Kinder.

Tödliche Schüsse auf Dreijährigen

An der Grenze zu Jordanien eröffneten syrische Soldaten nach jordanischen Angaben am Freitagmorgen das Feuer auf eine Gruppe von Flüchtlingen und erschossen dabei einen dreijährigen Jungen. Der Junge sei seiner Schussverletzung am Hals sofort erlegen, teilte der jordanische Informationsminister Samih Maajtah mit.

Die Soldaten schossen seinen Angaben zufolge auf Flüchtlinge aus Syrien, die in Turra die Grenze überqueren wollten. Zwei Personen sei es gelungen, ins Nachbarland zu fliehen, etwa zehn weitere seien aufgrund der Schüsse zurück auf syrisches Gebiet gerannt, berichtete ein jordanischer Grenzschützer.

Wegen der andauernden Kämpfe schickten die Vereinten Nationen 150 unbewaffnete Beobachter nach Hause, die in Syrien eigentlich eine Waffenruhe überwachen sollten. Damit wurde die UN-Beobachtermission für Syrien (Unsmis) auf die Hälfte ihres Bestands reduziert, wie UN-Untergeneralsekretär Hervé Ladsous vor Journalisten in Damaskus mitteilte.

Angesichts der zunehmenden Gewalt befürchtet die EU-Kommission eine Ausweitung des Flüchtlingsdramas. "Aus einer humanitären Perspektive hat sich die Situation im Laufe der vergangenen vier bis fünf Wochen erheblich verändert", sagte ein Mitarbeiter der Kommissionsabteilung für humanitäre Hilfe (Echo). "Wir rennen einem Zug hinterher, der ständig beschleunigt."

Zugleich drohe den internationalen Helfern das Geld auszugehen, erklärte die Brüsseler Behörde. So sei ein 180 Millionen US-Dollar (146 Millionen Euro) schwerer Hilfsplan der Vereinten Nationen Anfang Juli erst zu 21 Prozent finanziert gewesen. Auch 193 Millionen Dollar (157 Millionen Euro) für die Aufnahme und Versorgung von Bürgerkriegsflüchtlingen in den Nachbarländern Syriens seien erst zu 26 Prozent geflossen.

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