Süddeutsche Zeitung

Kampf gegen IS-Terror:Iran bestätigt Luftangriffe auf "Islamischen Staat"

  • Teheran bestätigt erstmals iranische Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak.
  • Die frühere EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton soll die Atomverhandlungen mit Iran als Sonderberaterin fortführen.

Iran bestätigt Angriffe auf Dschihadistengruppe "Islamischer Staat"

Bisher hat die Regierung in Teheran geleugnet, an Luftangriffen auf Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak beteiligt zu sein. Jetzt aber verkündete Vize-Außenminister Ebrahim Rahimpur, Iran habe Luftangriffe zur "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak" geflogen. Dies sagte der Politiker der britischen Zeitung The Guardian. Bei den Freunden handele es sich um die Regierung in Bagdad und die autonomen Kurdengebiete im Nordirak.

Iran koordiniere seine Luftangriffe im Irak nicht mit den USA, sondern nur mit der irakischen Regierung, betonte Rahimpur. Das US-Verteidigungsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, es habe Hinweise auf Angriffe iranischer Kampfjets auf IS-Stellungen. Teheran bestätigte das zunächst nicht. Der internationalen Koalition im Kampf gegen den IS gehört Iran nicht an.

Ashton führt Atomverhandlungen als Sonderberaterin fort

Die ehemalige EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird weiter an den Atomverhandlungen mit Iran teilnehmen. Wie ihre Nachfolgerin Federica Mogherini mitteilte, bekommt die Britin den Posten einer Sonderberaterin. Dies solle für Kontinuität in den Verhandlungen sorgen und die Gespräche "erleichtern". Ashton hatte die Verhandlungen zwischen Iran und den fünf UN-Vetomächten (USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich) sowie Deutschland bislang geleitet.

Ziel der Gespräche ist es, den jahrzehntelangen Streit um das iranische Atomprogramm beizulegen. Ein dauerhaftes Abkommen soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben - zugleich aber verhindern, dass die Islamische Republik in kurzer Zeit Atomwaffen entwickelt. Trotz tagelanger intensiver Verhandlungen in Wien war es Iran und der sogenannten 5+1-Gruppe nicht gelungen, sich wie geplant bis zum 24. November auf ein dauerhaftes Abkommen zu einigen. Nun soll bis März ein Rahmenabkommen ausgehandelt werden, bis zum 30. Juni sollen dann die technischen Einzelheiten geklärt werden. Knackpunkte bleiben die Sanktionen des Westens, die Iran in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt haben, und die Urananreicherung.

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