bedeckt München 19°

Kampf gegen Assad-Regime:Wer Frieden in Syrien will, braucht Hilfe aus Iran

Gefechte in Damaskus und Anschläge auf Assads engsten Machtzirkel: Die syrischen Rebellen drängen auf eine Entscheidungsschlacht in der Hauptstadt. Ein Blutbad droht, denn der UN-Sicherheitsrat ist unfähig, brauchbare Entscheidungen treffen. Es bleibt ein einziger Weg, das Schlimmste zu verhindern - und der führt über Teheran.

Die syrische Zeitung Al-Watan titelte jüngst: "Die Hauptstadt bekommt Ihr nie!" Auch wenn das kaum die Absicht der regimetreuen Redakteure war - klarer konnte keiner sagen, dass Syriens Präsident Baschar al-Assad mit dem Rücken zur Wand steht. Die jüngsten Kämpfe und Anschläge auf Assads engsten Machtzirkel in Damaskus zeigen, dass die Aufständischen nach 17 Monaten angekommen sind im Zentrum der Macht. Das erinnert an Libyen.

Sequenz aus einem YouTube-Video, hochgeladen am 17. Juli 2012. Es soll Panzer in einem Teil von Damaskus zeigen.

Sequenz aus einem Youtube-Video, hochgeladen am 17. Juli 2012. Es soll Panzer in einem Teil von Damaskus zeigen.

(Foto: AFP)

Während in den anderen Landesteilen geschossen wurde, hatten sich die Gaddafi-Gegner im angeblich ruhigen Tripolis über Monate auf die Entscheidungsschlacht vorbereitet. Sie legten Lazarette an, horteten Waffen, stapelten Konserven - bevor sie sich erhoben. In Damaskus dürfte es ähnlich laufen.

An diesem Wochenende beginnt der islamische Fastenmonat. Es ist der ideale Zeitpunkt für die Kraftprobe. Der Ramadan könnte Baschar al-Assads letzte Tage einläuten. Das Blutbad, das sich abzeichnet, dürfte das Sterben in Libyen oder Jemen jedoch als Scharmützel erscheinen lassen. Das Assad-Regime hat bewiesen, wie brutal es ist. Die Rebellen werden ihm kaum nachstehen.

Währenddessen wird im New Yorker UN-Gebäude ähnlich verbissen gestritten. Die westlichen Staaten und die Arabische Liga wollen eine Sanktionsresolution nach Kapitel VII der UN-Charta. Das erlaubt - theoretisch - auch den Einsatz militärischer Gewalt. Genau das will die Veto-Macht Russland ausschließen und verweigert ihr Ja. Das Kräftemessen kann sich hinziehen, es wird von den Ereignissen in Damaskus möglicherweise sehr bald ad absurdum geführt werden.

Die eigentliche Frage ist aber eine andere: Wie wollen die Resolutionsbefürworter die sich abzeichnende Schlacht um Damaskus verhindern, wenn Russland doch noch zustimmen sollte? Noch mehr Wirtschaftssanktionen? Auslandskonten einfrieren, damit Frau Assad sich im Palastbunker keinen Schmuck mehr bestellen kann? Schutzzonen an den Grenzen? Oder doch Kampfjets, die die Panzer und Geschütze des Regimes bombardieren?

Substanzlose westlich-arabische Resolutionsstrategie

In New York wird versprochen, was sich nicht halten lässt. Assad wird auf Sanktionen nicht reagieren. Sein ums Überleben kämpfendes Regime ist nicht mehr zu beeindrucken durch Strafen. Wirken könnte allenfalls die Drohung, er werde sich vor einem internationalen Gericht verantworten müssen.