Kampagne gegen Gesundheitsreform Schwarze Bürgerrechtler buhen Romney aus

PR-Panne für Mitt Romney: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner wettert vor einer einflussreichen schwarzen Bürgerrechtsorganisation in Houston gegen "Obamacare" - und löst heftige Reaktionen beim Publikum aus.

Kein Händchen beim Werben um schwarze Wähler: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner ist bei einem Wahlkampfauftritt vor einem Bürgerrechtsverband in Houston, Texas, heftig ausgebuht worden. Das Publikum der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) reagierte mit Missfallen auf Romneys Ankündigung, die Gesundheitsreform Obamas zu kippen, falls er ins Weiße Haus einziehen sollte.

Romney begründete seine Ablehnung der Gesundheitsreform mit dem Hinweis, die Löcher im Staatshaushalt müssten gestopft werden.

(Foto: AFP)

Romney sagte, er zähle die Reform, die er abschätzig "Obamacare" nannte, zu jenen "teuren und überflüssigen" Beschlüssen, die er "eliminieren" wolle - und erntete offenbar eine andere Reaktion als erwartet. Daraufhin habe Romney "nervös gegrinst" und sei von seiner vorbereiteten Rede abgekommen, um sich zu erklären, berichtete die New York Times. In einem Interview mit dem TV-Sender Fox stritt Romney dagegen ab, von den Pfiffen des Publikum überrascht worden zu sein. Er rechne trotzdem mit den Stimmen der Afroamerikaner.

Applaus erhielt Romney hingegen für sein Versprechen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Bildung zu verbessern. "Wenn ihr einen Präsidenten wollt, der die Dinge besser macht für die afroamerikanische Gemeinschaft - dann seht ihr ihn gerade", sagte Romney vor den Anhängern der ältesten Bürgerrechtsorganisation der USA.

In Washington stimmte derweil das US-Repräsentantenhaus in einer vorwiegend symbolischen Abstimmung erneut gegen die Gesundheitreform von Präsident Obama. Die Initiative, die in der von den Republikanern dominierten Kammer mit 244 zu 185 Stimmen angenommen wurde, dürfte jedoch aller Voraussicht nach im Senat scheitern, in dem Obamas Demokraten in der Mehrheit sind.

Reform ist verfassungskonform

Es war die letzte von mehr als 30 Initiativen der Republikaner, um die 2010 erlassene Reform in Teilen oder in Gänze zu stoppen. Die Reform soll mehr als 30 Millionen US-Bürgern eine Krankenversicherung ermöglichen.

Die Abstimmung erfolgte knapp zwei Wochen nach der Entscheidung des Obersten Gerichts der USA, wonach die Gesundheitsreform verfassungskonform ist. Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Eric Cantor, bekräftigte vor dem Votum den Willen, das Gesetz zu kippen. Präsidentensprecher Jay Carney sagte, das Manöver der Republikaner sei das, was die Bürger am meisten "hassen an der Politik in Washington".