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Kamerun:Boko Haram entführt mehr als 60 Menschen

  • Die nigerianische Islamistenmiliz Boko Haram hat in Kamerun mehr als 60 Geiseln genommen, dabei hat es auch mehrere Todesopfer gegeben.
  • Seit Monaten kommen die Islamisten immer wieder über die Grenze und verüben Gewalttaten.

Verschleppungen in Kamerun

Mutmaßliche Boko-Haram-Extremisten aus Nigeria haben im Nachbarland Kamerun nach Armeeangaben mindestens 60 Menschen entführt, die meisten von ihnen Kinder. Das berichten das Nachrichtenportal Cameroon-Info und die BBC, die sich auf Behördenangaben beruft. Demnach überfielen die Kämpfer am Sonntag zwei Dörfer im Bezirk Mokolo nahe der Grenze zu Nigeria und töteten mehrere Bewohner. Mindestens drei Menschen seien getötet und etwa 80 Häuser zerstört worden. Die kamerunische Armee habe daraufhin einen Einsatz begonnen.

Boko Haram Die Wahrheit ist der Tod
Analyse
Boko-Haram-Terror in Nigeria

Die Wahrheit ist der Tod

"Während wir rannten, töteten sie weiter": Vier Tage hat das jüngste Massaker von Boko Haram im Norden Nigerias gedauert - ein grauenvoller Beweis der Gewalt. Mit radikalem Islam hat die Gruppe allerdings weniger zu tun, als sie selbst zugibt.   Von Isabel Pfaff

Es ist einer der schwersten Zwischenfälle auf kamerunischem Gebiet seit die radikal-islamische Gruppe Boko Haram im vergangenen Jahr damit begann, auch über die nigerianische Grenze hinweg verstärkt Angriffe zu verüben. Am späten Samstagabend traf ein Armeekontingent aus dem Tschad im Norden Kameruns ein, um das Land beim Grenzschutz zu unterstützen.

Boko Haram planen "Gottesstaat" in der Region

Boko Haram kämpft seit etwa sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias an der Grenze zu Tschad, Kamerun und Niger. Boko Haram hat in den vergangenen Jahren häufig vor allem junge Menschen verschleppt. Jungen wurden Sicherheitsexperten zufolge als Kämpfer zwangsrekrutiert, Mädchen in die Sexsklaverei gezwungen. International schockierte insbesondere die Verschleppung von 200 Schülerinnen im April. Gleichzeitig verübt die Miliz immer wieder schwere Anschläge.

Am Sonntag wurden im Nordosten Nigerias bei einem Selbstmordangriff vier Menschen getötet und 35 verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Der Verdacht fiel aber auch diesmal auf Boko Haram.