Kairo Bombenanschlag auf ägyptischen Innenminister

Auf den ägyptischen Innenminister Ibrahim ist ein Sprengstoffanschlag verübt worden. In der Nähe seines Hauses explodierte eine Autobombe, als der Konvoi des Ministers vorbeifuhr. Ibrahim soll das Attentat unverletzt überlebt haben.

Unbekannte haben in Kairo einen Sprengstoffanschlag auf den ägyptischen Innenminister Mohammed Ibrahim verübt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen explodierte eine Autobombe in der Nähe seines Hauses im Stadtteil Nasr City, als der Konvoi des Minister von dort aus in Richtung Innenministerium fuhr. Angaben des Innenministeriums zufolge explodierten neben der Fahrzeugkolonne kurz hintereinander mehrere Sprengsätze.

Ibrahim überlebte den Anschlag nach Angaben aus Sicherheitskreisen unverletzt. Ein Polizist wurde getötet, mehr als 70 Menschen verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Die Behörde dementierte Berichte der staatlichen Medien, wonach die Leibwächter zwei Angreifer töteten. Staatliche Medien meldeten, niemand habe schwer Verletzungen erlitten. Durch die Wucht der Detonationen wurden auch die Fassaden angrenzender Häuser zerstört.

Nasr City ist eine Hochburg der Muslimbrüder, nähere Angaben zu möglichen Tätern gibt es bisher aber nicht.

Ibrahim war involviert in das Vorgehen der Militärregierung gegen die Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Die Regierung hat bei Zusammenstößen Hunderte Muslimbrüder getötet und die meisten Anführer festgenommen. Sie wirft der Bruderschaft Terrorangriffe und die Anstachelung zur Gewalt vor. Mursis Anhänger weisen dies zurück und sprechen von einem Militärputsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten.

Beobachter halten auch einen Zusammenhang zwischen dem Attentat und der Festnahme des Anführers der Al-Qaida-Terroristen auf der Sinai-Halbinsel, Adel Habara, am vergangenen Wochenende, für denkbar. Sprengstoffanschläge sind in Ägypten eher selten.