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Kämpferin gegen Apartheid:Winnie Madikizela-Mandela ist tot

Winnie Madikizela-Mandela

(Foto: AFP)

Die südafrikanische Politikerin und Ex-Frau von Nelson Mandela wurde 2016 für ihren Kampf für die Freiheit des südafrikanischen Volkes ausgezeichnet.

Winnie Madikizela-Mandela, die Ex-Frau des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Ihr Sprecher bestätigte am Montag entsprechende Berichte südafrikanischer Medien.

Winnie Madikizela-Mandela wurde im Jahr 1994 nach der ersten demokratischen Wahl stellvertretende Kulturministerin Südafrikas, seitdem war sie immer wieder als Politikerin für den African National Congress (ANC) aktiv. 2016 wurde sie für ihre Dienste in der Befreiung des südafrikanischen Volkes ausgezeichnet. Im März 2017 sprach sie sich für den Rücktritt ihres Parteifreundes Jacob Zumas als Präsident aus.

Madikizela-Mandela war die zweite Ehefrau von Nelson Mandela. Der Friedensnobelpreisträger hatte Südafrika als erster Schwarzer von 1994 bis 1999 regiert.

Nelson Mandela verbrachte wegen seines Kampfes gegen die Apartheid 27 Jahre im Gefängnis, bei seiner Freilassung 1990 wurde er von Winnie empfangen. Das Paar hatte sich jedoch während der Gefängniszeit entfremdet. Madikizela-Mandela nahm in der Übergangszeit nach der Apartheid gegen die ehemalige weiße Minderheitsregierung eine weniger versöhnliche Haltung ein als ihr Ehemann. Das Paar trennte sich 1992, nach 38 Jahren Ehe folgte 1996 die Scheidung.

Ihre Rolle als Kämpferin gegen die Apartheid brachte Madikizela-Mandela unter ihren Anhängern den Spitznamen "Mutter der Nation" ein. Dabei erschütterten immer wieder Skandale und kriminelle Verwicklungen ihr öffentliches Ansehen.

So stand sie Ende der 80er Jahre im Verdacht, in Entführungen, Vergewaltigungen und einen Mord verwickelt zu sein. 1991 wurde sie dafür verurteilt, die Entführung von vier Jugendlichen angeordnet zu haben. Einer der Jugendlichen war von Madikizela-Mandelas Leibwächter 1989 ermordet worden. Die fünfjährige Gefängnisstrafe wurde damals in eine Geldstrafe umgewandelt. 2003 wurde Madikizela-Mandela wegen mehrfachen Betrugs und Diebstahls zu einer Haftstrafe verurteilt und trat als Vorsitzende der African National Congress Women's League zurück. 2009 kandidierte sie erneut erfolgreich für die ANC auf dem fünften Listenplatz, 2014 behielt sie ihren Sitz in der südafrikanischen Nationalversammlung.

© SZ/mahu/gba

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