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Kämpfe in Syrien und Irak:Großbritannien erhöht Terror-Warnstufe

Angesichts der Kriege in Syrien und Irak hat Großbritannien die zweithöchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Damit wird der Versuch eines Terroranschlags als "hoch wahrscheinlich" eingestuft.

  • Großbritannien erhöht die Terrorwarnstufe im Land und reagiert damit auf den Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).
  • Der Washington Post zufolge quält der "Islamische Staat" seine Gefangenen in Syrien mit Waterboarding. Der ermordete Fotoreporter James Foley wurde wohl besonders brutal misshandelt.
  • Vereinte Nationen: Die Hälfte aller Syrer flüchtet vor dem Krieg.

Großbritannien: Versuch eines Terroranschlag "hoch wahrscheinlich"

Vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien und im Irak hat Großbritannien erstmals seit 2011 seine Terrorwarnstufe angehoben. Es gilt nun die zweithöchste Warnstufe "ernsthaft" auf der fünfstufigen Skala. Damit wird der Versuch eines Terroranschlags in Großbritannien als "hoch wahrscheinlich" eingestuft. Innenministerin Theresa May sagte jedoch, es gebe weiterhin keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohung. Die Terrorwarnstufe werde von einem Gremium militärischer und ziviler Experten festgelegt, das unabhängig von der Regierung arbeite. IS soll bewusst nach CIA-Methode foltern

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat", die in Teilen Syriens und im Irak Angst und Schrecken verbreitet, foltert ihre Geiseln offenbar nach CIA-Methoden. Wie die Washington Post unter Berufung auf zwei Informanten berichtet, quälen die militanten Islamisten ihre Gefangen unter anderem durch Waterboarding. Dabei entsteht bei dem Gefolterten das Gefühl zu ertrinken.

Informant: Foley wurde besonders stark misshandelt

Dem Bericht zufolge wurden vier Amerikaner von IS-Kämpfern auf diese Weise misshandelt, darunter James Foley. Der Fotoreporter war nach langer Gefangenschaft vor wenigen Wochen ermordet worden. Foley sei in der Stadt Rakka gefangengehalten worden, schreibt das Blatt nun unter Berufung auf einen Informanten. US-Spezialkräfte hatten erfolglos versucht, Foley zu befreien.

Die beiden namentlich nicht genannten Informanten sagten der Zeitung, dass Foley vor seinem Tod neben Waterboarding noch andere physische Gewalt erlitten habe. Bereits zuvor hatten andere Medien berichtet, dass Foley von den IS-Kämpfern brutal malträtiert worden war.

Obama verbot Waterboarding

Während der Regierungszeit von US-Präsident George W. Bush (2001-2009) galt Waterboarding nicht als Folter, sondern als zulässige Verhörmethode (hier mehr dazu). Bushs Amtsnachfolger Barack Obama hat Waterboarding verboten und als Folter verurteilt. Er wollte Geheimdienstmitarbeiter, die diese Methode angewandt hatten, allerdings nicht bestrafen (hier mehr dazu).

US-Geheimdienste wie die CIA folterten bis nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mutmaßliche Anhänger von der Terrorgruppe al-Qaida durch Waterboarding.

Daran orientierten sich offenbar die IS-Kämpfer, als sie ihre amerikanischen Gefangenen misshandelten. "Sie wussten genau, was sie taten", sagte ein Informant der Washington Post. Es bleibt offen, ob es sich bei den Informanten um Angehörige der Geiseln handelte oder um Syrer, die zum Umfeld der IS-Terrorgruppe gehören.

UN: Jeder zweite Syrer auf der Flucht

Drei Millionen Syrer sind nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen wegen des Bürgerkrieges in Nachbarländer geflüchtet. Der Strom von Hilfesuchenden reiße nicht ab, erklärte das Flüchtlingswerk UNHCR in Genf. Weitere 6,5 Millionen Menschen wurden demnach innerhalb des Landes vertrieben. Damit seien fast die Hälfte aller Syrer auf der Flucht.

Die meisten Menschen hätten im Libanon (1,14 Millionen), in der Türkei (815 000) und in Jordanien (608 000) Zuflucht gefunden. "Die Krise in Syrien ist zur größten humanitären Notlage unserer Zeit geworden. Aber die Welt erfüllt die Bedürfnisse der Flüchtlinge und ihrer Aufnahmeländer nicht", sagte UNHCR-Chef Antonio Guterres.

Die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad versucht seit mehr als drei Jahren, einen Aufstand niederzuschlagen. In dem Bürgerkrieg sind nach UN-Erkenntnissen etwa 200 000 Menschen getötet worden. Menschenrechtler werfen sowohl den Regierungstruppen als auch Rebellen wie der Terrorgruppe "Islamischer Staat" Kriegsverbrechen vor.

© SZ.de/Reuters/odg/jasch/leja

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