Kämpfe im Nordirak Irakische Armee tötet Dutzende IS-Kämpfer

Die irakische Regierung geht weiter hart gegen Dschihadisten vor. Bei einem irakischen Luftangriff auf einen Gerichtshof der IS-Miliz in Mossul kamen mindestens 50 Dschihadisten ums Leben. Die Extremisten hatten das Gefängnis für Scharia-Urteile genutzt.

  • Dutzende Dschihadisten wurden bei einem Luftangriff auf einen Gerichtshof in Mossul getötet. IS-Kämpfer hatten dort Menschen wegen geringer Vergehen festgehalten.
  • Die Extremisten des Islamischen Staats hatten am Wochenende weitere Städte im Nordirak erobert. Jetzt starten die Kurden eine gemeinsame Gegenoffensive.
  • Im Nordirak kommt es zu heftigen Gefechten. Etwa 50 000 Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden sind auf der Flucht.

Bei einem irakischen Luftangriff sterben Dutzende IS-Kämpfer

Bei einem Luftangriff auf einen Gerichtshof der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in der nordirakischen Großstadt Mossul sind nach Armeeangaben dutzende Extremisten getötet worden - die BBC berichtete von mindestens 50 Toten in der von Aufständischen unter Kontrolle gebrachten Stadt. Wie der Sender unter Berufung auf einen staatlichen irakischen Fernsehsender berichtete, habe der Luftangriff gleichzeitig rund 300 Gefangene befreit, die wegen Verstößen wie Rauchen oder das Tragen westlicher Kleidung inhaftiert waren.

Derweil kamen bei einer Serie von Bombenanschlägen in der Hauptstadt Bagdad mindestens 30 Menschen ums Leben. Bei dem blutigsten Angriff wurden bei zwei zeitgleichen Explosionen im schiitischen Viertel Sadr City mindestens 16 Menschen getötet und 34 weitere verletzt, wie ein Polizeioffizier und Rettungskräfte mitteilten. In einem Markt des Bezirks Ur nördlich von Sadr City gab es demnach mindestens acht Tote und 21 Verletzte. Weitere Bombenanschläge wurde aus dem östlichen Viertel Al-Dschadida und dem südlichen Bezirk Safaranija gemeldet. Zu den Gewalttaten bekannte sich zunächst niemand.

Gemeinsame Offensive der Kurden gegen IS-Extremisten

Kurdische Kämpfer haben nach Angaben eines politischen Vertreters eine gemeinsame Offensive gegen die IS-Kämpfer gestartet. Mitglieder der türkischen PKK und derem syrischen Ableger Partei der Demokratischen Union (PYD) gingen in der nordirakischen Region Mossul gegen die Kämpfer vor, sagte der ranghohe irakische Kurdenvertreter Hallo Pendschweni.

Irakische Peschmerga-Kämpfer versuchten demnach, Gebiete nördlich und östlich von Mossul zu sichern. Einem Bericht der Agentur Reuters zufolge kam es südwestlich der kurdischen Regionalhauptstadt Arbil zu heftigen Gefechten.

50 000 Jesiden auf der Flucht

Infolge der Kämpfe seien etwa 50 000 Angehörige der Jesiden in die Flucht geschlagen worden. Sie hielten sich auf einem Berg in der Nähe der Stadt Sindschar versteckt, wo ihnen der Hungertod drohe, sollten sie nicht binnen 24 Stunden gerettet werden. Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit bei den Kurden.

IS-Extremisten rückten im Nordirak vor

Die IS-Extremisten waren in den vergangenen Tagen in die Gebiete zwischen Mossul und der Grenze zu Syrien vorgerückt und hatten dort weite Gebiete erobert, darunter die Städte Sindschar und Sumar, sowie mehrere Ölfelder.

Die früher als Isis bekannte Bewegung Islamischer Staat kontrolliert neben den Regionen im Nordirak auch Teile Syriens. Für diese Gebiete haben die IS-Milizionäre ein Kalifat - einen Gottesstaat - ausgerufen. Nach ihren Eroberungen vom Wochenende drohte die IS, ihre Herrschaft auf das gesamte autonome Kurdengebiet im Irak zu erweitern.