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Kämpfe im Kongo:Welche Rolle spielt Ruanda?

Yoweri Museveni, Paul Kagame, Joseph Kabila

Ugandas Ministerpräsident Yoweri Museveni, Ruandas Staatschef Paul Kagame und Der kongolesische Präsident Joseph Kabila bei einem Gespräch am 21. November.

(Foto: AP)

Ruanda spielt schon wegen der historischen Verstrickung der beiden Länder eine wichtige Rolle im aktuellen Kongo-Konflikt. Die Grenze ist durchlässig, immer wieder drangen ruandische Truppen in der Vergangenheit auf kongolesisches Gebiet vor und versuchten, ihren Einfluss zu verfestigen.

Aktuell wird Ruanda vorgeworfen, die M 23 zu unterstützen. Die M 23 besteht größtenteils aus Tutsi-Rebellen, die im Osten des Kongos seit Jahrzehnten gegen die dort lebenden Hutu-Milizen kämpfen. Ruandas Präsident Kagame und ein Großteil seiner Regierung gehört ebenfalls der Volksgruppe der Tutsi an - und er wirft der kongolesischen Tutsi-Regierung Kabilas seit langem vor, zu wenig gegen die Hutu-Milizen zu unternehmen. Gewinnt die Gruppe der M 23 weiter an Einfluss, werden die Hutu zurückgedrängt - für Ruanda ein willkommener Effekt.

Außerdem ist Ruanda interessiert an Rohstoffen wie Diamanten, Gold, Kupfer und Kobalt, die im östlichen Kongo zu finden sind. Auch territoriale Ansprüche spielen eine Rolle - viele Menschen in Ruanda sehen die Gebiete im Osten Kongos als ursprünglich ruandisches Gebiet an.

UN-Beobachter gehen davon aus, dass die Führer der M 23 "direkte militärische Befehle" aus Ruanda empfangen. Außerdem soll das Nachbarland die Rebellen mit Waffen ausgestattet haben. Sowohl der ruandische Präsident Kagame als auch die Rebellen bestreiten die Vorwürfe.

Bei einem Treffen der Präsidenten Kabila und Kagame angesichts der aktuellen Unruhen war auch Ugandas Präsident Yoweri Museveni anwesend - das Land tritt als Vermittler auf, wird aber ebenfalls verdächtigt, die M-23-Rebellen zu unterstützen.

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