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Kabinett des künftigen US-Präsidenten:Trumps umstrittene Kandidaten für den Außenministerposten

Donald Trumps mögliche Außenminister: David Petraeus, Mitt Romney und Rudy Giuliani

(Foto: AFP/AFP/dpa)
  • Trumps Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Außenministers gestaltet sich schwierig.
  • Der künftige US-Präsident traf sich mit dem früheren General David Petraeus, dem aber noch immer eine alte Affäre nachhängt. Besonders umstritten ist jedoch Mitt Romney.
  • Romney hatte Trump während des Wahlkampfs beschimpft.

Donald Trump hat offenbar Probleme bei der Suche nach einem Außenminister. Am Montag traf sich der künftige US-Präsident mit dem früheren Chef des Auslandsgeheimdiensts CIA, David Petraeus, der sich anschließend begeistert zeigte: "Ich war eine Stunde bei ihm", sagt er Journalisten. Das Gespräch habe sich um weltweite Themen gedreht. Trump demonstriere "großen Sachverstand für die Vielzahl der Herausforderungen". Trump zeigte sich nach dem Gespräch wiederum "sehr beeindruckt" von Petraeus.

Petraeus zählt zu den prominentesten Militärs in den USA. Er war Oberbefehlshaber der Koalitions-Truppen im Irak, der Nato-Kräfte in Afghanistan und Chef des US-Zentralkommandos. Trump ist offenbar schon länger ein Bewunderer von Petraeus, trotz dessen Fehltritt: 2012 trat Petraeus als Chef des CIA zurück, weil er einer Geliebten vertrauliche Informationen weitergegeben hatte. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Affäre hängt ihm noch immer nach. Doch es gibt Kandidaten, die größere Probleme bereiten.

Für heftige Diskussionen in Trumps engsten Kreis sorgt dagegen Mitt Romney. Er gilt vor allem als Favorit des künftigen Vizepräsidenten Mike Pence. Der bestätigte, dass Romney in der engeren Auswahl für den Posten des Außenministers sei. Vergangenen Samstag lud Trump Romney zu einem längeren Gespräch, beide zeigten sich ungewohnt einträchtig. Romney hatte Trump im Wahlkampf mehrfach harsch kritisiert, bezeichnete ihn als Betrüger und Lügner. Offiziell entschuldigt hat er sich bisher nicht.

Trump-Loyalisten sind deswegen entschieden gegen eine Nominierung Romneys. Der frühere Gouverneur von Massachusetts habe im Wahlkampf "getan, was er konnte, um Donald Trump zu schaden", sagte Kellyanne Conway, eine enge Beraterin des künftigen US-Präsidenten in einer TV-Sendung."Wir sind alle für Einheit in der Partei. Aber ich denke nicht, dass wir dafür mit dem Posten des Außenministers bezahlen müssen", sagte Conway.

Die Außenministerfrage war der Washington Post zufolge auch Thema während der Thanksgiving-Feierlichkeiten der Trump-Familie. Der künftige US-Präsident habe Freunde und Familie nach deren Meinung gefragt. Er selbst soll sich nicht besonders kritisch zu Romney geäußert haben, zeigte aber offenbar Bedenken aufgrund der negativen Rückmeldungen.

Giulianis wirtschaftliche Beziehung zu Regierungen und Politikern

Trumps Anhänger setzen sich für New Yorks früheren Bürgermeister Rudy Giuliani ein, enger Vertrauter des Milliardärs. Giuliani hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder selbst ins Spiel gebracht und behauptete, der einzige geeignete Kandidat zu sein. Er sei in den vergangenen Jahren so viel gereist wie einst Hillary Clinton als Außenministerin.

Giuliani betreibt eine Firma, die Firmen und Regierung in Sicherheitsfragen und bei der Bekämpfung von Terrorismus berät. In der Vergangenheit gehörten hierzu die Regierungen von Kolumbien und Katar. Bei einer Nominierung Guilanis stellt sich die Frage, ob dessen wirtschaftliche Interessen seine Arbeit als Außenminister beeinflussen könnten (mehr dazu hier).

Diesen Dienstag will sich Trump erneut mit Mitt Romney treffen sowie mit Bob Corker. Der Senator von Tennessee sitzt dem Auswärtigen Ausschuss des Senats vor. In den kommenden Tagen soll dann die Entscheidung fallen.