Sabotage bei der BahnPolizei ermittelt nach drei Kabelbrand-Anschlägen

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Nordrhein-Westfalens grüner Minister Verkehrsminister Oliver Krischer besuchte am Freitag den zweiten Tatort an der Bahnstrecke Duisburg–Düsseldorf.
Nordrhein-Westfalens grüner Minister Verkehrsminister Oliver Krischer besuchte am Freitag den zweiten Tatort an der Bahnstrecke Duisburg–Düsseldorf. Christoph Reichwein/DPA

In den vergangenen Tagen gab es drei Anschläge auf die Bahn, zwei davon mit massiven Auswirkungen. In NRW geht man von Tätern aus der linksradikalen Szene aus. In Sachsen-Anhalt haben die Untersuchungen erst begonnen.

Nach den mutmaßlichen Brandanschlägen auf Kabelkanäle der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen-Anhalt laufen die Ermittlungen zu den Tätern. Vieles spreche dafür, dass ein Bekennerschreiben echt sei, das nach den Kabelbränden in Düsseldorf am Donnerstag aus dem linksradikalen Spektrum veröffentlicht worden war, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Die Prüfung des Staatsschutzes sei aber noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen.

Ob es einen Zusammenhang geben könnte zwischen den beiden Kabelbränden in Düsseldorf und dem am Freitagabend ebenfalls mutmaßlich vorsätzlich gelegten Kabelbrand an einer Güterverkehrsstrecke im sachsen-anhaltischen Hohenmölsen, ist noch völlig offen. Die Polizei ermittle in alle Richtungen, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Halle. Einen offensichtlichen Tatzusammenhang gebe es bislang nicht. Es habe sich auch noch niemand zu der Tat im Burgenlandkreis bekannt.

Erst ab Samstagmorgen wieder Normalität

Anders als auf der dortigen Nebenstrecke für Kohle-Transporte waren die Auswirkungen der Kabelbrände im Transitland NRW enorm. Seit Donnerstag war die bundesweit zentrale Nord-Süd-Achse der Deutschen Bahn zwei Tage lang lahmgelegt. Nach aufwendigen, bis in die Nacht dauernden Reparaturarbeiten an fünf Kabeln auf einer Gesamtlänge von rund 100 Metern hatte die Bahn den Zugverkehr auf der hoch frequentierten Strecke DuisburgDüsseldorf erst am frühen Samstagmorgen wieder freigeben können. Danach lief der Bahnverkehr wieder rund: Auf den Zuginformationsportalen fanden sich seitdem nur die üblichen kleineren Beeinträchtigungen.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn reparieren Kabel an der Stelle, wo der zweite Brandanschlag festgestellt wurde.
Mitarbeiter der Deutschen Bahn reparieren Kabel an der Stelle, wo der zweite Brandanschlag festgestellt wurde. Christoph Reichwein/dpa

Wie das Unternehmen mitteilte, waren Hunderte Züge im Fern- und Regionalverkehr betroffen, die täglich über diesen Abschnitt durch das Ruhrgebiet fahren. „Die Auswirkungen des Brandanschlags haben Zehntausende Reisende zu spüren bekommen  Pendlerinnen und Pendler genauso wie Urlaubsreisende, beispielsweise auf ihrer Anreise zum Flughafen Düsseldorf.“ In NRW atmeten Bahnreisende am Wochenende auf: In der Mitte der Sommerferien können sie ihre Fahrten wie geplant antreten. Auf den Bahnhöfen in Düsseldorf und Duisburg ging alles wieder seinen gewohnten Gang. „Der Schienenersatzverkehr ist nicht mehr nötig“, teilte die Bahn mit.

In beiden Bundesländern ermittelt der Staatsschutz. In NRW geht die Polizei von Sabotage aus. Auf der linken Plattform Indymedia war bereits am Donnerstag ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Ein „Kommando Angry Birds“ reklamiert darin die Tat für sich, die sich demnach gegen „das industrielle System“ richtete. Die Gruppe ist nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) „als linksextremistische Mitmach-Kampagne“ bekannt.

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