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K-Debatte in der SPD:Steinmeier ist der beliebteste Troikist

Wer darf für die SPD gegen Merkel antreten? Eigentlich soll diese Frage erst Anfang 2013 beantwortet werden, doch immer mehr Genossen beziehen öffentlich Stellung für ihren Kandidaten: Albig und Stegner für Steinmeier, Schmid und Schmidt für Steinbrück. Und was ist mit Gabriel?

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Schluss mit Urlaub: Die SPD-Troika ringt um die Kanzlerkandidatur

Quelle: dapd

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Wer darf für die SPD gegen Merkel antreten? Eigentlich soll diese Frage erst Anfang 2013 beantwortet werden, doch immer mehr Genossen beziehen öffentlich Stellung für ihren Kandidaten: Albig und Stegner für Steinmeier, Schmid und Schmidt für Steinbrück. Und was ist mit Gabriel?

So soll das aussehen: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (links), Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (Mitte) und Parteichef Sigmar Gabriel, im Gleichschritt vorwärts. Die SPD leistet sich drei mögliche Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Erst Anfang kommenden Jahres wollten sich die Genossen festlegen. Doch die Diskussionen werden immer lauter, einer der "Troikisten" solle die Führung übernehmen.

Steinmeier und Rubalcaba

Quelle: dpa

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Er gilt derzeit als Favorit. In den Medien äußern sich zurzeit viele SPD-Abgeordnete auffallend positiv über Fraktionschef Steinmeier als Kanzlerkandidaten. Der 56-Jährige, der bereits 2009 gegen Merkel angetreten war, sei in den vergangenen Jahren gereift und könne die Kanzlerin angreifen, so heißt es. Besonders auf Länderebene kann er punkten.

Albig: Steinmeier waere ein guter Kanzler

Quelle: dapd

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"Er wäre ein guter Kanzler für unser Land." Mit dieser Aussage preschte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) am Wochenende vor. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte er, Steinmeier mache "eine tolle Arbeit", sei eine starke Führungsperson und "seit der Zeit des letzten Wahlkampfs sehr gereift". Das Foto zeigt die beiden auf einer SPD-Wahlkampfveranstaltung Mitte April in Kiel.

Joachim Poß gibt Statement

Quelle: dpa

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Albigs Aussage blieb nicht ohne Folgen: Fraktionsvize Joachim Poß rief seine Partei zur Disziplin in der Kandidatenfrage auf. Eine Debatte zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht im Interesse der SPD. Insofern sei auch der Vorstoß Albigs "nicht hilfreich", sagte Poß der Rheinischen Post. Allerdings sagte auch er dem Spiegel,  Steinmeier sei "sehr gut in seine Rolle als Oppositionsführer hineingewachsen". Er habe "flügelübergreifend Rückhalt in der Fraktion". Klingt das so, als wolle sich Poß nicht an der Kandidatenfrage beteiligen?

Rolf Mützenich

Quelle: spdfraktion.de

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Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Mützenich ging in die Offensive: "Steinmeier kann Merkel gut angreifen", sagte er dem Spiegel. "Die Menschen wollen eher jemanden, der das große Bild zeichnen kann, als jemanden, der nur rhetorisch attackiert."

Stegner: Jeder SPD-Kanzlerkandidat muss Banken attackieren

Quelle: dapd

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Gerade in der Euro-Krise sei Steinmeier der Beste. So sagte es der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Ralf Stegner und lobte vor kurzem im Spiegel: "Frank-Walter Steinmeier könnte von den drei möglichen Kanzlerkandidaten das Amt am besten."

Landesparteitag der Bayern SPD

Quelle: Frank Leonhardt/dpa

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Auch in Bayern konnte Steinmeier bereits einige Genossen überzeugen. "Frank-Walter Steinmeier hat die Bundesfraktion in einer sehr schwierigen Lage nach vorn gebracht", sagte der bayrische Landeschef Florian Pronold. "Das Wahlergebnis von 2009 hatte nichts mit seiner Person zu tun."

Landesparteitag der NRW-SPD

Quelle: dpa

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Großes Plus auf Länderebene: Mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kann Steinmeier auf den größten SPD-Landesverband im Kampf um die Kandidatur zählen. Dem Spiegel zufolge pflegen die beiden ein enges Verhältnis. Krafts Präferenz für Steinmeier läge aber auch daran, dass sie seinen Konkurrenten Gabriel für unzuverlässig halte und Steinbrück die Verletzungen vorwerfe, die er den Grünen in seiner Zeit als NRW-Ministerpräsident zugefügt habe. "Kraft ist eindeutig für Steinmeier als Kanzlerkandidat", heißt es aus der NRW-SPD. Auf dem Bild lassen sich Steinmeier (links), Kraft und Europapolitiker Martin Schulz (rechts) auf einem Landesparteitag in Halle (Westfalen) im Frühjahr 2009 feiern.

SPD-Parteitag - Eppler

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Auch Erhard Eppler, früherer SPD-Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, stellt sich klar hinter Steinmeier: "Ich glaube, dass Steinmeier ein guter Kanzler wäre", sagte er dem Spiegel.

Peer Steinbrück beim Führungstrefffen Wirtschaft in Berlin, 2011

Quelle: Stephan Rumpf

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Ex-Finanzminister Steinbrück liegt offenbar auf Platz zwei der Beliebtheitsskala seiner Partei. Seine Anhänger attestieren ihm hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Er sei in der Euro-Schuldenkrise eine echte Alternative zu Angela Merkel. "Er kann es", betonte SPD-Legende Helmut Schmidt schon früh.

Baden-württembergischer Finanzminister Nils Schmid

Quelle: dpa

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Nils Schmid, der Chef der baden-württembergischen SPD, betonte in der Bild: "Ich denke, dass neben Steinmeier Peer Steinbrück ein sehr guter Kanzlerkandidat ist. Der Ex-Finanzminister genießt in der Bevölkerung hohes Vertrauen und ist sehr beliebt." Schmid und Steinmeier verbindet ihr Interesse an wirtschaftlichen Fragen.

Hans-Peter Bartels

Quelle: spdfraktion.de

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"Eine echte Alternative zu Angela Merkel" nennt der Kieler Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels Steinbrück. "Wir brauchen den Kandidaten, der von den Wählern auch so gesehen wird. Das ist gerade in der Euro-Krise Peer Steinbrück", sagte Bartels der Bild.

Jahreswechsel - Zitate

Quelle: dpa

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Bereits im November vergangenen Jahres stellte sich SPD-Altkanzler Helmut Schmidt (Mitte) auf die Seite des Finanzexperten Steinbrück. In der ARD-Talkshow Günther Jauch machten die beiden Werbung für ihr gemeinsames Buch "Zug um Zug", in dem Schmidt Steinbrücks Verhalten als Finanzminister in der Krise 2009 beweihräuchert. In der Sendung selbst machte Schmidt klar: "Er ist der geeignete Mann!"

Sigmar Gabriel

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SPD-Parteichef Gabriel gilt im Moment als Kandidat mit der wenigsten Unterstützung. Dafür bringt sich der 52-Jährige gerne selbst ins Gespräch. Er redet, sendet und twittert überall - und das, obwohl er Babypause macht. Die hat er zwar inzwischen in einen "Jahresurlaub" umgedeutet, aber das macht keinen Unterschied. Gabriel liefert jeden Tag eine schrille Schlagzeile.

Zuletzt warf er Schweizer Banken vor, "bandenmäßig" Steuerhinterziehung zu betreiben. Organisierte Kriminalität sei das, beschwerte sich Gabriel im Deutschlandfunk, wenn diese Banken reichen Deutschen helfen würden, zu Hause keine Steuern zu zahlen.

© sueddeutsche.de/imet/dpa/mikö
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