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Justizministerium:Lambrecht trennt sich von Staatssekretärin

Neue Justizministerin - Christine Lambrecht

Die neue Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht (SPD).

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Kaum ist sie im Amt, baut Bundesjustizministerin Lambrecht die Spitze ihres Hauses im großen Stil um.
  • Sie trennt sich von Staatssekretärin Wirtz, von den Chefinnen des Leitungsstabs und des Kabinettsreferats - sowie vom Chef der Kommunikationsabteilung.
  • Der Leiter des Ministerbüros geht wegen der Entwicklung auf eigenen Wunsch.
  • Nachfolgerin von Wirtz soll Margaretha Sudhof werden. Sie ist derzeit Staatssekretärin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) ist erst seit Donnerstag im Amt, hat in ihrem Ministerium aber bereits für erhebliche Unruhe gesorgt und Mitarbeiter gegen sich aufgebracht. Grund dafür sind Personalentscheidungen. Obwohl es sein kann, dass die Amtszeit Lambrechts wegen der instabilen Lage der großen Koalition schon in wenigen Monaten wieder endet, baut die neue Ministerin bereits in ihren ersten Stunden im Amt die Spitze des Hauses in großem Stil um.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung trennt sich Lambrecht nicht nur von Staatssekretärin Christiane Wirtz, sondern auch von der Chefin des Leitungsstabs, Eva-Lotta Gutjahr, von der Chefin des Kabinettsreferats, Katja Behr, und vom Chef der Kommunikationsabteilung, Benjamin Seifert. Außerdem werde der Leiter des Ministerbüros wegen der Entwicklung auf eigenen Wunsch gehen, hieß es am Freitag.

Der Personalratsvorsitzende hatte Lambrecht vor zu vielen Veränderungen gewarnt

Bei der Übergabe des Ministeriums an Lambrecht am Donnerstag hatte die bisherige Ressortchefin Katarina Barley (SPD) die Arbeit von Wirtz und den anderen führenden Mitarbeitern noch ausdrücklich gelobt. Und der Personalratsvorsitzende des Hauses, Ralf Riegel, hatte die neue Ministerin vor zu vielen Veränderungen gewarnt. "Abschied bedeutet immer den Verlust von vertrauten Kommunikationspartnern" und störe "eingespielte Abläufe", sagte Riegel. Personalentscheidungen seien "eine Operation am lebenden Organismus", sie sollten mitten in der laufenden Legislaturperiode nur "äußerst behutsam vorgenommen" werden, um die Arbeitsfähigkeit des Ministeriums nicht zu gefährden. Doch Lambrecht ignoriert mit ihren Entscheidungen diesen Wunsch des Personalrats.

Die neue Bundesjustizministerin war bisher parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium. Wirtz war, bevor sie der damalige Justizminister Heiko Maas im Juni 2016 als Staatssekretärin in sein Haus geholt hat, stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung.

Nachfolgerin von Wirtz soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Margaretha Sudhof werden. Die 60-Jährige ist seit 2012 Staatssekretärin in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen. Zuvor war sie unter anderem im Bundeskanzleramt, im Bundesinnenministerium und in der Hessischen Staatskanzlei tätig. Außerdem war Sudhof von 2007 bis 2009 Referentin des damaligen SPD-Fraktionschefs Peter Struck.

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