Junckers Kritik an Griechenland-Gegner:"Sie sollen den Mund halten"

Gebt doch endlich Ruhe: Der Eurogruppen-Chef fordert Politiker, die den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone fordern, zum Schweigen auf. Um den Schulden-Staat zu sanieren, müssten nun allerdings glaubwürdige Schritte her.

Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hat Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone erneut energisch zurückgewiesen. "Ich möchte sagen, dass ich absolut dagegen bin", sagte Juncker nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in Athen.

Eurogroup president Jean Claude Juncker visits Greece

Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker (r., mit Griechenlands Premier Antonis Samaras) spricht sich gegen weitere Sparforderungen an Griechenland aus.

(Foto: dpa)

Der von einigen Politikern ins Spiel gebrachte Austritt würde "niemandem helfen" und Gefahren für den gesamten Währungsraum mit sich bringen. Diejenigen, die unentwegt einen Austritt forderten, sollten nun endlich "den Mund halten", um Griechenlands Reformfortschritte nicht zu gefährden.

Juncker spricht von "letzter Chance"

Laut Juncker habe die Sanierung des öffentlichen Haushalts weiterhin höchste Priorität. "Die weitere Konsolidierung der öffentlichen Finanzen Griechenlands ist von absolut vorrangiger Bedeutung", sagte er. Dazu seien "robuste und glaubwürdige Schritte" notwendig: "Es ist die letzte Chance für Griechenland." Juncker räumte ein, dass sich das Land in einer Glaubwürdigkeitskrise befände.

Im Gegenzug sprach sich der Euro-Gruppenchef gegen weitere Sparforderungen aus. Das griechische Volk habe schon genug gelitten, so dass es nicht ratsam sei, ihm noch weitere Lasten aufzubürden, sagte er. Gleichzeitig machte er sich für eine stärkere Liberalisierung des Arbeitsmarktes stark. "Es geht darum, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", erklärte Juncker. "Der Privatisierungsprozess, der versprochen wurde, muss neu gestartet werden."

Samaras bestätigte derweil, er wolle das neue Sparpaket für das krisengeplagte Land "innerhalb der nächsten Wochen" abschließen. Der Ministerpräsident hatte zuvor in der Süddeutschen Zeitung Reformen angekündigt und um einen Aufschub für das Sparprogramm gebeten. Ob die Regierung in Athen tatsächlich zusätzlichen Spielraum eingeräumt bekomme, hänge von den für September angekündigten Ergebnissen der Troika-Mission ab, sagte Juncker.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/fbo/fzg
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB