Muss man sich einen verurteilten Völkermörder als gefühllosen Menschen vorstellen? Ganz so einfach ist das nicht, wie Ratko Mladić, 83, gerade demonstriert: Zumindest sich selbst gegenüber zeigt sich der frühere Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee durchaus empathisch. Er wünsche dringend, aus der UN-Haftanstalt in Den Haag nach Serbien verlegt zu werden, teilen seine Anwälte mit. Sein Sohn Darko, der den Antrag mitunterzeichnet hat, erklärt, sein Vater sei nach einhelliger Ansicht der Ärzte todkrank, nachdem er zwei Wochen zuvor einen Schlaganfall erlitten habe. Man möge ihn bitte dringend zur weiteren Behandlung nach Serbien verlegen, in die Nähe seiner Familie.
Ratko MladićDer Massenmörder zeigt Mitgefühl –mit sich selbst
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Der frühere Kommandeur der bosnisch-serbischen Armee wurde vom UN-Tribunal für Jugoslawien wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt und sitzt seither in Den Haag ein. Nun möchte er zurück nach Serbien.
Von Tobias Zick
