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Zentralrat der Juden:Graumann gibt Vorsitz auf

Dieter Graumann

Der scheidende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann.

(Foto: dpa)
  • Dieter Graumann zieht sich als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland zurück. Er will nach vier Jahren nicht mehr zur Wahl antreten.
  • Vizepräsident Josef Schuster kündigt seine Kandidatur an. Graumann will Schuster dabei unterstützen.

Rückzug von Dieter Graumann

An der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland steht überraschend ein Wechsel bevor. Präsident Dieter Graumann, 64, wird bei der Wahl am 30. November nicht mehr kandidieren. Nach vier Jahren im Amt wolle er wieder Zeit für Familie und Privatleben haben, sagte Graumann.

In einem Brief an das Direktorium des Zentralrats erklärte Graumann, die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen. Das Ehrenamt habe ihm außerordentlich viel Zeit und Kraft abgefordert - vor allem in diesem Jahr, als er noch faktisch sechs Monate lang die Geschäftsführung des Dachverbandes mit übernommen habe. Dem Zentralrat gehören rund 108 jüdische Gemeinden mit etwa 101 300 Mitgliedern an.

Vizepräsident kündigt Kandidatur an

Gleichzeitig kündigte Vizepräsident Josef Schuster an, dass er sich um die Nachfolge Graumanns bewerben werde. Der scheidende Präsident unterstützt Schusters Kandidatur. Mit seiner Wahl zum neuen Präsidenten wäre die Kontinuität gesichert, sagte Graumann. Schuster ist Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken.

Verdienste im Amt

Zentralrats-Präsident Graumann war 2010 als Nachfolger von Charlotte Knobloch in das Amt gewählt worden. In seiner Amtszeit handelte Graumann einen neuen Staatsvertrag mit der Bundesregierung aus und erreichte eine Verdoppelung der finanziellen Hilfen.

Der 1950 in Ramat Gan in Israel geborene Graumann gehört zur ersten Generation von Juden, die den Holocaust nicht mehr selbst erlebt hat. Graumanns Vater, der sechs Konzentrationslager überlebte, und seine Mutter lernten sich in einem Flüchtlingslager kennen. 1950 wanderten sie nach Israel aus und gingen 1952 nach Deutschland zurück.

© SZ.de/dpa/jasch/sana

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