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Trier: Bundeskanzler Friedrich Merz spricht beim Politischen Aschermittwoch der CDU Rheinland-Pfalz.
Trier: Bundeskanzler Friedrich Merz spricht beim Politischen Aschermittwoch der CDU Rheinland-Pfalz. Harald Tittel/dpa

SZ am Morgen.

Von Lisa Nienhaus

Als kürzlich der amerikanische Außenminister Marco Rubio bei der Münchner Sicherheitskonferenz sprach, war sie eine der wenigen Frauen in einem Meer blauer Anzüge im Raum - und das natürlich in der ersten Reihe: Christine Lagarde. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank ist eine der einflussreichsten Menschen in Europa. Ihre Amtszeit als EZB-Präsidentin beträgt acht Jahre – und daran kann kein europäischer Politiker rütteln. Es sei denn, sie will selbst dran rütteln.

Gestern wurde bekannt, dass sie wohl Vertrauten signalisiert hat, frühzeitig aufhören zu wollen, also vor Oktober 2027, wenn ihre Amtszeit offiziell endet. Der Grund: In Frankreich könnte im kommenden Jahr Marine Le Pen an die Macht kommen. Ihre Nachfolge will Lagarde offenbar lieber vorher beschlossen wissen. Im Rennen dafür sind auch zwei Deutsche.

Vielleicht könnte die Regelung dieser Nachfolge ja noch einmal Schwung in die deutsch-französischen Beziehungen bringen. Denen fehlt nämlich der „Groove auf der Achse“, diagnostiziert mein Kollege Oliver Meiler. Streit um FCAS und um Eurobonds und dann auch noch die frechen Bemerkungen des deutschen Außenministers, Frankreich solle weniger in den Sozialstaat und mehr in Verteidigung investieren. Es läuft gerade gar nicht gut zwischen Friedrich Merz und Emmanuel Macron.

Merz hat, muss man ihm zugestehen, aber auch noch ein paar andere Herausforderungen. Die nächste ist der CDU-Parteitag am Freitag und Samstag, auf dem er mit gutem Ergebnis wiedergewählt werden will. Gar nicht so einfach, die Erwartungen der Partei zu erfüllen und gleichzeitig mit der SPD halbwegs harmonisch zu regieren. Vielleicht sogar unmöglich. Im Interview mit der SZ wirbt Johannes Winkel, der Vorsitzende der Jungen Union, schon mal dafür, sich notfalls eben gegen die SPD durchzusetzen. „Es geht um Entscheidungen, und dieses Jahr müssen große Entscheidungen kommen“, sagt er.

Was heute wichtig ist

JU-Chef Winkel möchte Sozialstaatsreformen „notfalls auch gegen die SPD“ durchsetzen. Kurz vor dem CDU-Parteitag sagt Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union, im Interview mit der SZ, der „Umfang des Sozialstaats“ müsse begrenzt werden. Sonst sei er „in keinster Weise finanzierbar“. Er fordert „große Entscheidungen“ von Kanzler Merz. Und er denkt laut über einen Bundespräsidentschaftskandidaten aus der Wirtschaft nach. Zum Interview

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Merz strebt zweite Amtszeit an. Der CDU-Chef ist der älteste Bundeskanzler seit Konrad Adenauer, dennoch möchte er weitermachen, sagte er beim Politischen Aschermittwoch. Merz hat zudem seine Kritik an den Erbschaftssteuerplänen seines Koalitionspartners SPD bekräftigt. Zum Liveblog zur Bundespolitik

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