Großbritannien Johnson baut Vorsprung aus

Womöglich der kommende Premierminister: Boris Johnson.

(Foto: AFP)
  • Ex-Außenminister Johnson hat bei der Suche der Tories nach einem Nachfolger für die bisherige Parteichefin und Premierministerin May erneut die meisten Stimmen bekommen.
  • Ausgeschieden ist in der vierten Abstimmungsrunde Innenminister Javid.
  • Neben Johnson sind noch Umweltminister Gove und der derzeitige Außenminister Hunt im Rennen.

Da waren es nur noch drei: Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May liegt Brexit-Befürworter Boris Johnson auch in der vierten und vorletzten Auswahlrunde vorn. Der frühere Außenminister vereinigte 157 Stimmen auf sich. Umweltminister Michael Gove kam mit 61 Stimmen auf den zweiten Platz, der derzeitige Außenminister, Jeremy Hunt, folgt mit 59 Stimmen auf Platz drei. Innenminister Sajid Javid schied aus.

Das Feld der drei verbliebenen Bewerber soll an diesem Donnerstag auf zwei reduziert werden, die sich anschließend in einer Stichwahl der Parteibasis stellen müssen. Johnson gilt dafür bereits als gesetzt. Sollte keiner der verbliebenen Kandidaten freiwillig aufgeben, gibt es am Donnerstag noch eine fünfte und letzte Abstimmungsrunde, deren Ergebnis gegen 19 Uhr feststehen soll.

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Stewart bekommt bei den Tory-Abgeordneten die wenigsten Stimmen. Er wollte den Brexit-Vertrag von Premierministerin May als einziger Bewerber nicht nachverhandeln. Nur noch vier Kandidaten bleiben übrig.

Der britische Finanzminister Philip Hammond warnte die Kandidaten unterdessen eindringlich vor einem Brexit ohne Abkommen. Ein ungeregelter EU-Austritt würde die Wirtschaft schädigen sowie Milliarden Pfund Steuergelder kosten und könnte ein Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreichs auslösen, sagte Hammond laut einem vorab verbreiteten Redetext am Donnerstag in London.

Dies könnte auch dem Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn bei Wahlen den Weg in die Downing Street ebnen, warnte der EU-freundliche Hammond. Die Kandidaten für Mays Nachfolge als Tory-Chef und damit auch als Premierminister müssten daher einen "Plan B" vorlegen.

May hatte im britischen Parlament keine Mehrheit für ihr mit Brüssel ausgehandeltes Brexit-Abkommen gefunden. Die Trennung von der Europäischen Union musste daher zwei Mal verschoben werden. Die Frist für den Austritt wurde inzwischen bis zum 31. Oktober verlängert.

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