Bürgerkrieg Regierung und Rebellen in Jemen tauschen Hunderte Gefangene aus

Ein Kämpfer der schiitischen Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

(Foto: dpa)
  • Ein geplanter Gefangenenaustausch zwischen Regierung und Rebellen in Jemen gilt als vertrauensbildende Maßnahme vor den geplanten Friedensgesprächen unter UN-Vermittlung.
  • Am Montag waren bereits 50 verletzte Huthi-Rebellen in das neutrale Sultanat Oman ausgeflogen worden.
  • Im Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg, in dem nach UN-Angaben bereits etwa 10 000 Menschen getötet wurden, unter ihnen tausende Zivilisten.

In Jemen haben sich Regierung und Rebellen auf den Austausch Hunderter Gefangener vor den geplanten Friedensgesprächen in Schweden geeinigt. Wie der Gefangenen-Beauftragte der jemenitischen Regierung, Hadi Haig, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, geht es um 1500 bis 2000 Kämpfer der Regierungstruppen und 1000 bis 1500 Kämpfer der Huthi-Rebellen.

Der Gefangenenaustausch ist eine weitere vertrauensbildende Maßnahme vor den geplanten Friedensgesprächen unter Vermittlung der Vereinten Nationen. Am Montag waren bereits 50 verletzte Huthi-Rebellen in das neutrale Sultanat Oman ausgeflogen worden.

Der UN-Sondergesandte strebt Friedensgespräche in Schweden noch im Dezember an

Ein Durchbruch war bereits Mitte November erreicht worden, als die Huthi-Rebellen sich zu einer Waffenruhe bereiterklärt hatten. Seit Montag befindet sich der UN-Sondergesandte Martin Griffiths in der von Huthi-Kämpfern kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Er hatte sich bei der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz dafür eingesetzt, die verletzten Rebellen ausfliegen zu lassen. Das Bündnis kontrolliert den Luftraum über dem Jemen und hat mit seinen Luftangriffen maßgeblich zur Eskalation des Konflikts beigetragen.

In Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg, in dem nach UN-Angaben bereits etwa 10 000 Menschen getötet wurden, unter ihnen tausende Zivilisten. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen handelt es sich um die schwerste humanitäre Krise weltweit. Angeheizt wird der Konflikt dadurch, dass beide Seiten die Unterstützung großer Regionalmächte haben: Die Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi wird vom sunnitischen Saudi-Arabien unterstützt, der schiitische Iran unterstützt die Huthi-Rebellen.

Griffiths strebt Friedensgespräche in Schweden an, die noch im Dezember stattfinden könnten. Nach Angaben von Kuwaits Vize-Außenminister Chaled al-Dscharallah sollte noch am Dienstag eine Huthi-Delegation in Begleitung des kuwaitischen Botschafters in Jemen von Sanaa nach Stockholm reisen. Kuwait ist im Jemen-Konflikt als Vermittler tätig.

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