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Japan:Die nächste Phase beginnt

Coronavirus - Japan

Der Montag brachte Japan eine traurige Nachricht: Der Komiker Ken Shimura ist tot, berichtet diese Anzeigetafel in Tokio. Er starb an einer Coronavirus-Infektion.

(Foto: dpa)

Immer schneller steigen in dem Land die Infektionszahlen. Ein beliebter Komiker erliegt dem Virus.

Seitdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die Olympischen Spiele in Tokio von diesem Sommer auf spätestens Sommer 2021 verlegt werden, sind in Tokio die Infektionszahlen deutlich gestiegen. Am Dienstag waren es noch 17, am Mittwoch, tags nach der offiziellen Entscheidung zur Spiele-Verlegung 47, am Sonntag 68. Insgesamt hatte Japan am Montagabend 1904 bestätigte Covid-19-Infizierte bei 52 Todesfällen.

Im Weltvergleich ist das sehr wenig. Japans Regierung genehmigt weiterhin nur wenige Tests. Aber der Anstieg ist auffällig. Vor allem Einreisende aus Amerika und Europa sollen dafür verantwortlich sein. Neue Einreisebeschränkungen sind deshalb in Planung. Und Tokios Gouverneurin Yuriko Koike hat für das Wochenende um kollektives Daheimbleiben gebeten. Viele Parks, Cafés und Geschäfte in Tokio blieben geschlossen. Die meisten Menschen in Tokio folgten der Ansage, was ihnen wegen Schnee und Kälte auch nicht sehr schwer fiel. Man spürt, dass in Tokio die nächste Phase der Krise beginnt.

Lange Zeit hatte ausgerechnet die größte Metropolregion der Welt wie ein kaum betroffener Bereich gewirkt. Viele Veranstaltungen waren zwar abgesagt, Museen und Schulen geschlossen, Kirschblütenfeste nur bedingt erlaubt. Aber gerade an den ersten schönen Frühlingstagen waren Parks und Einkaufstraßen voll gewesen. Aber nun versucht Gouverneurin Koike alles, um die Menschen der Hauptstadt von der Straße zu holen. Der Tod eines Prominenten dürfte viele Japaner besonders nachdenklich machen. Der Komiker Ken Shimura ist am Montag gestorben, im Alter von 70 Jahren an Covid-19. Shimura war eine prägende Figur der Unterhaltung im Inselstaat, der anschauliche Beweis dafür, dass auch Japaner Humor haben. Vor zehn Tagen war Shimura in Tokio ins Krankenhaus gekommen. Bald wurde bekannt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Gouverneurin Koike würdigte Shimuras Leistungen als Entertainer und fügte hinzu, er habe "eine starke Botschaft über die Gefahren des Coronavirus" ausgesendet. "Dieses letzte Verdienst war auch sehr groß", sagte sie.

© SZ vom 31.03.2020

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