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IWF:Koste es, was es wolle

Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt, in der durch die Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise zu investieren. Deutschland hat im Frühjahr vorbildlich die Empfehlungen des IWF beachtet. Jetzt zählt Durchhalten.

Von Cerstin Gammelin

Nicht lange ist es ist her, da hat der Internationale Währungsfonds bei seinen Prognosen auf unscheinbare Wölkchen am Himmel verwiesen und die Nationen aufgefordert, das Dach zu decken, solange die Sonne scheine. Wer damals dachte, es sei ja nicht so eilig, das Haus instand zu setzen und auch Vorräte anzulegen, der dürfte das inzwischen bitter bereuen. Denn in seiner neuen Herbstprognose fordert der IWF vor allem: gegenhalten und Vorräte nutzen, um die Pandemie zu mildern. Koste es, was es wolle.

Dieses "Koste es, was es wolle" hat niemand so wörtlich genommen wie die Deutschen. Die große Koalition hat so viele Milliarden Euro gegen die Krise investiert wie keine andere Regierung. In Deutschland ist nicht nur das Dach neu gedeckt, sondern es wurden ein paar zusätzliche Balken eingezogen.

Das gibt zusätzlichen Halt, wenn es demnächst zu bröckeln beginnt. Die Bundesbank rechnet mit einer Pleitewelle. Besonders Firmen, die Dienstleistungen anbieten, werden einfach verschwinden. Millionen Menschen werden mit weniger Geld auskommen, einige Banken hohe Kreditausfälle verkraften müssen. Es werden riesige Vermögen vernichtet, man denke nur an die Fluggesellschaften. In Pessimismus sollte man trotzdem nicht verfallen - sondern mithelfen, dass die Balken halten.

© SZ vom 14.10.2020

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