Am Telefon kann man ja eigentlich sagen, was man will - nur dumm, wenn man abgehört wird. In einem Telefonat erregte sich Silvio Berlusconi Anfang September 2011 darüber, dass er - quasi völlig grundlos - unter Beobachtung stehe. "Die können sagen, dass ich rumbumse, das ist auch das Einzige". Italien sei ein "Scheißland", das er bald verlassen werde.

Als seine rüden Aussagen an die Öffentlichkeit dringen, versucht sich der "Cavaliere" in Schadensbegrenzung: "Das ist eine dieser Sachen, die man spät abends am Telefon so sagt, wohl in einem entspannten Augenblick und mit einem Lächeln", sagt er. Gleichwohl konstruiert er aus dem Vorfall sogleich einen Grund, doch in Italien zu bleiben: "Ich bleibe hier, um dieses Land zu verändern", lässt er wissen. Der italienische Regierungschef versucht schon seit langem, das verbreitete Abhören zu Ermittlungszwecken einzudämmen.

Bild: dpa 7. November 2013, 10:302013-11-07 10:30:42 © sueddeutsche.de/ihe/bavo/jak/mati