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Italien:Verdacht auf russische Spionage

Italiens Sicherheitskräfte haben einen russischen Militärangehörigen im diplomatischen Dienst und einen italienischen Marine-Kapitän wegen Spionageverdachts festgesetzt. Das teilten die Carabinieri in Rom am Mittwoch mit. Die beiden Männer seien am Vorabend bei einem heimlichen Treffen geschnappt worden. Das italienische Außenministerium bestellte den russischen Botschafter Sergej Rasow ein und wies zwei Diplomaten, darunter den mutmaßlichen Spion, wegen "Verwicklung" in den Fall aus. Außenminister Luigi Di Maio sprach auf Facebook von einer "sehr ernsten Angelegenheit". Die russische Botschaft in Rom bestätigte, dass am 30. März ein Mitarbeiter des Militärattachées festgenommen worden sei. Das Außenministerium in Moskau bedauerte die Ausweisung der beiden Mitarbeiter. "Über mögliche Schritte im Zusammenhang mit dieser Aktion, die nicht dem Niveau der bilateralen Beziehungen entspricht, äußern wir uns noch zusätzlich", teilte das Ministerium mit. Russland reagiert sonst "spiegelgerecht", also mit der Ausweisung derselben Zahl an Diplomaten. Nach Angaben der Polizei erfolgte der Zugriff, als der verdächtige Italiener dem russischen Militärvertreter vertrauliche Dokumente gegen Geld übergeben wollte. Der italienische Kapitän sei festgenommen worden. Bei den Ermittlungen seien auch italienische Geheimdienste beteiligt gewesen. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge soll es sich bei den Dokumenten um Informationen aus dem Bereich der militärischen Kommunikation handeln wie etwa geheime Karten.

© SZ vom 01.04.2021 / dpa
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