Justiz in Ungarn:Von der Hundeleine zur Fußfessel

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Bis zum Ende ihres Prozesses in Ungarn steht sie unter Hausarrest: Aktivistin Ilaria Salis, diesen Freitag im Gerichtssaal in Budapest. (Foto: Attila Kisbenedek/AFP)

Die Bilder der italienischen Linksaktivistin Ilaria Salis in Ketten und mit Hundeleine gingen um die Welt. Jetzt ist sie aus dem Gefängnis in Ungarn freigekommen - und kandidiert fürs Europaparlament.

Von Marc Beise, Rom

Eine elektronische Fußfessel ist eine unangenehme Sache, sie schließt sich eng ums Bein, darf nicht abgenommen werden und signalisiert dem Träger, pausenlos überwacht zu werden. Ilaria Salis klagte denn auch am Freitag nach Medienberichten aus Budapest auf dem Weg in den Gerichtssaal über das Gerät, das in der Nacht "seltsame Dinge gemacht" und sie kaum habe schlafen lassen. Und doch muss die 39-jährige Grundschullehrerin aus Mailand sich überglücklich gefühlt haben in der ersten Nacht nach 15 Monaten, die sie nicht in einem ungarischen Gefängnis verbracht hat. Am Donnerstag war die Angeklagte gegen eine Kaution in Höhe von rund 41 000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden - mit der Auflage, die Stadt nicht zu verlassen und sich elektronisch überwachen zu lassen.

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