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IT-Sicherheit:Die Cyber-Sorgen der CDU

Die CDU ist wegen der steigenden Zahl an Cyber-Angriffen auf Firmen und staatliche Einrichtungen besorgt. Sie hat deshalb ein Konzept zur Abwehr der "Cybergefahren" beschlossen.

Von Robert Roßmann, Berlin

Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass irgendein wichtiger Verband vor Cyber-Angriffen warnt. Am Donnerstag präsentierte etwa der Welt-Energierat einen Bericht. Ihm zufolge sind die "wachsenden Cyber-Risiken und deren Abwehr" nicht mehr nur für die Energie-Versorgungssicherheit, sondern "auch für die Widerstandsfähigkeit von Staat und Wirtschaft von besonderer Bedeutung". Es gehe "von gestohlenen Daten über Stromausfälle bis hin zur Zerstörung von technischen Anlagen".

Die CDU ist in ähnlich großer Sorge. Ihr Bundesfachausschuss Innenpolitik hat deshalb jetzt ein Konzept zur "Abwehrfähigkeit gegen Cybergefahren" beschlossen. Die CDU möchte möglichst viel davon in der Bundesregierung durchsetzen.

Mehr Fachkräfte auf dem Gebiet der Informationstechnik

"Die IT-Systeme in Deutschland sind fortlaufend Angriffen ausgesetzt", heißt es in dem Beschluss, der der SZ vorliegt. Das stelle das Hochtechnologie-Land "vor besondere Herausforderungen". IT-Produkte sollten deshalb künftig "standardmäßig sicher hergestellt und konfiguriert sein". Um dies zu erreichen, schlagen die CDU-Experten unter anderem eine "Haftung für unsichere Produkte" vor.

Sie wollen außerdem "mehr Fachkräfte auf dem Gebiet der Informationstechnik". Um diese zu gewinnen, sollte "auch an Wege außerhalb formaler Abschlüsse" gedacht werden. Informations- und Cybersicherheit müssten künftig "auch in Studiengängen jenseits der klassischen Informatik einen angemessenen Platz bekommen". Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wollen die CDU-Fachleute zu einer zentralen Stelle "für Fragen der Informations- und Cybersicherheit" ausbauen und ausreichend ausstatten.

Das wachsende Risiko als Chance: Deutschland könne "Marktführer für Sicherheitslösungen" werden

Sicherheit im Netz sei "ein entscheidender Standortfaktor der Zukunft", heißt es in dem CDU-Papier. Deshalb müssten Deutschland und Europa bei der Entwicklung von Hard- und Software "mehr technologische Souveränität erlangen", um unabhängiger von Ländern außerhalb Europas zu werden. Mit Anreizen - etwa durch die Privilegierung von Unternehmen im Vergaberecht - solle Deutschland "zum Marktführer für Sicherheitslösungen im Netz" werden.

Die CDU-Experten begrüßen auch die Pläne für eine "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (Zitis), welche die Bundesregierung einrichten will. Diese neue Stelle solle "Methoden, Produkte und Strategien zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus im Internet erarbeiten". Dabei wird es auch darum gehen, den Sicherheitsbehörden bei der Dechiffrierung verschlüsselter Kommunikation zu helfen.

© SZ vom 30.09.2016/vbol
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