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Istanbul:Angeblich hatten amerikanische Geheimdienste vor einem Angriff gewarnt

Ein Reporter der Zeitung Hürriyet erreichte den Clubbesitzer, Mehmet Koçarslan. Amerikanische Geheimdienste hätten eine Woche vor Silvester vor einem solchen Angriff gewarnt, erzählt dieser. Der Club hätte deshalb Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Dem Täter gelang es dennoch, bis ins Innere vorzudringen und ein Blutbad anzurichten. Anfangs war die Rede von mehreren Angreifern. Später heißt es, es könnte sich nur um einen Schützen handeln.

Bekannt hat sich zunächst niemand zu der Tat. Der Handschrift nach deutet das Verbrechen - wenn es einen terroristischen Hintergrund hat - eher auf den sogenannten Islamischen Staat hin als auf kurdische Extremisten. Beide Gruppen haben die Türkei seit anderthalb Jahren ins Visier genommen. Fröhlich Feiernde passen nicht ins Weltbild der Islamisten, für die es nicht der erste Anschlag dieser Art wäre.

Die Botschaft von Staatspräsident Erdoğan am Morgen danach klingt seltsam hohl

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan meldet sich am Morgen danach zu Wort. Seine Botschaft klingt seltsam hohl: Die Türkei werde alles tun, um "die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten". Es ist gerade einmal drei Wochen her, dass bei einem Anschlag am Beşiktaş-Stadion fast 50 Menschen ums Leben kamen, als ein Ableger der kurdischen PKK zwei Bomben zündete. Erdoğan sagt, das Ziel der Angreifer sei, "Chaos zu stiften".

Es geht aber vor allem um: Angst.

Am Sonntag telefonieren die Leute, die das Reina gut kennen. Ein Ort voll von verschwenderischer Schönheit und großem Protz. Blick auf die Sterne und die mächtige Bosporusbrücke. Wer es sich leisten kann, kommt mit dem eigenen Schiff. Ein früherer Reina-Clubgänger sagt: "Die Angreifer wollen zeigen: Nirgendwo seid ihr sicher.

Anschlag in Istanbul Am Anfang ist die Angst

Terror

Am Anfang ist die Angst

Es hätte New York treffen können, Berlin, Paris - es traf diesmal Istanbul. Die Hoffnung, dass 2017 besser wird als 2016, verfliegt am ersten Tag. Die Angst ist wieder da. Das ist die perverse Logik des Terrors.   Kommentar von Stefan Ulrich

Bleibt lieber zu Hause!" Das Reina ist mehr als nur ein Nachtclub. Es war zum Symbol für die aufsteigende Metropole Istanbuls geworden. Zum pulsierenden Beleg: Cooles Nachtleben gibt es auch in der Türkei. Es gab eine Zeit, da hatte das Reina seinen sicheren Platz in den Klatschspalten der türkischen Blätter. Der Ort übte eine unglaubliche Anziehungskraft aus. Vor etlichen Jahren kamen vier feiernde Studenten ums Leben, als sie sich mit einem Boot der Bar näherten. Ein anderes Schiff rammte das kleine Boot, das auf der Suche nach der ganz großen Party war. Das waren die Tragödien von früher.