Am Sonntagabend produzierte Verteidigungsminister Israel Katz in einer Talkshow auf Israels rechtspopulistischem Fernsehsender Kanal 14 eine Schlagzeile: Live im Fernsehen habe Katz einen hohen Armeefunktionär gefeuert, hieß es noch in der Nacht. Es handelte sich um Generalmajor Avi Bluth, zuständig für das Westjordanland. Am Montag hagelte es Kritik über den schlechten Stil des Ministers und Lob für die Verdienste Bluths, am Abend nahm Katz alles zurück. Es wäre ein kleinerer Politskandal, sicher schnell vergessen – wenn sich beim Blick auf die Ursache des Konflikts zwischen Katz und Bluth nicht die Abgründe israelischer Siedlergewalt auftun würden.
WestjordanlandIsraelische Siedler außer Kontrolle
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Israelische Siedler, darunter Jugendliche und Kinder, plündern die Baustelle eines Palästinensers im Westjordanland.
ZAIN JAAFAR/AFPDie „Hügeljugend“ und andere zunehmend gewalttätige Siedler im Westjordanland werden von Israels Regierung nicht nur weitgehend geduldet. Sie werden teils mitfinanziert – obwohl Gesetze das verhindern sollten.
Von Kristiana Ludwig, Tel Aviv
