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Israel und Palästinenser:"Dauerhafte" Waffenruhe im Gazakonflikt vereinbart

Israel Gaza Palästinenser

Ein palästinensischer Junge auf den Trümmern des 15-stöckigen Basha-Towers in Gaza.

(Foto: AP)

Israel und die Palästinenser haben sich auf einen "dauerhaften" Waffenstillstand im Gazakrieg geeinigt. Beide Seiten stimmten nach eigenen Angaben einem entsprechenden Vorschlag Ägyptens zu. Dieser beinhaltet weitreichende Zugeständnisse an die Palästinenser.

  • Vertreter der israelischen Regierung und der radikal-islamischen Hamas bestätigten die Vereinbarung einer zeitlich unbefristeten Feuerpause im Gazakonflikt.
  • In der neuen Initiative sind weitreichende Zugeständnisse an die Palästinenser vorgesehen.
  • Bis zuletzt standen Israel und der Gazastreifen unter gegenseitigem Raketenbeschuss.

Konfliktparteien verkünden "dauerhafte" Waffenrufe

Die Einigung zwischen Israel und den Palästinensern auf eine Waffenruhe für den Gazastreifen ist von allen beteiligten Seiten bestätigt worden. Sowohl Israel als auch die Palästinenserführung und Ägypten, das in dem Konflikt vermittelt, verkündeten ein entsprechendes Abkommen. Die Waffenruhe sollte demnach um 18.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten und offenbar unbefristet sein.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verkündet eine neue Waffenruhe im Gazakrieg.

(Foto: AFP)

Staatliche ägyptische Medien verkündeten den Zeitpunkt, ohne sich jedoch zur vereinbarten Dauer der Waffenruhe zu äußern. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte jedoch in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache, die Palästinenserführung habe der von Ägypten vorgeschlagenen "umfassenden und dauerhaften" Waffenruhe zugestimmt. Auch aus israelischen Regierungskreisen hieß es, es sei eine "unbefristete" Waffenruhe vereinbart worden, die akzeptiert werde.

Weitreichende Zugeständnisse an Palästinenser geplant

Die neue Initiative Ägyptens sieht nach palästinensischen Angaben weitreichende Vorschläge vor. Demzufolge sollen die blockierten Übergange vom Gazastreifen nach Israel und Ägypten sofort geöffnet werden. Zudem sollen die Fischfanggebiete der Palästinenser im Mittelmeer ausgeweitet werden.

In einem Monat sollen die Konfliktparteien dann Gespräche über den Bau eines Seehafens für den wirtschaftlich am Boden liegenden Gazastreifen aufnehmen sowie über eine Freilassung von gefangenen Hamas-Mitgliedern im besetzten Westjordanland durch Israel, wie Palästinenservertreter erläuterten. Israel und Ägypten betrachten die Hamas als Sicherheitsbedrohung und fordern Garantien dafür, dass keine Waffen in den Gazastreifen kommen.

Zwei Tote Palästinenser bei Raketenangriff

Bei einem israelischen Luftangriff im Norden von Gaza sind zwei Palästinenser getötet worden. Die beiden Männer kamen ums Leben, als ihr Auto von einer Rakete getroffen wurde, schrieb Aschraf al-Kidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, auf Twitter. Die israelische Armee flog am Dienstag nach eigenen Angaben 40 Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. Militante Palästinenser hätten mehr als 70 Raketen auf Israel gefeuert.

Seit Beginn des Konflikts am 8. Juli sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 2130 Palästinenser getötet und mehr als 11 100 verletzt worden. Auf der israelischen Seite starben 64 Soldaten und vier Zivilisten, Hunderte mussten medizinisch behandelt werden.