Bei einem Angriff israelischer Siedler auf palästinensische Dörfer im Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein Mann getötet worden. Der 45-Jährige sei an Brandrauch erstickt, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Siedler hätten in dem Ort Silwad zwölf Fahrzeuge und ein Haus in Brand gesetzt. Auch in weiteren Dörfern in der Nähe von Ramallah seien Autos angezündet worden. Die israelische Armee teilte mit, nach einem Bericht über Brandstiftung im Bereich von Silwad seien in der Nacht Truppen entsandt worden. Es seien aber keine Verdächtigen identifiziert worden. Palästinenser hätten die Soldaten mit Steinen beworfen, diese hätte daraufhin Mittel zur Auflösung von Krawallen eingesetzt. Bei einer Suche vor Ort seien ein verbranntes Fahrzeug und Schmierereien auf Hebräisch gefunden worden. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, Israel habe die palästinensische Autonomiebehörde mit Blick auf den Todesfall um Übergabe der Autopsieergebnisse gebeten.Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg deutlich verschärft. Seitdem wurden dort nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen von Extremisten mehr als 960 Palästinenser getötet.Zugleich gibt es verstärkt Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilisten. Der Regierung von Benjamin Netanjahu wird vorgeworfen, sie lasse den Siedlern dabei freie Hand.