Benjamin NetanjahuGnadengesuch mit Berechnung

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Die öffentliche Kritik folgt prompt: Am Sonntag reicht Netanjahu sein Gnadengesuch ein, am Montag wird in Tel Aviv dagegen protestiert.
Die öffentliche Kritik folgt prompt: Am Sonntag reicht Netanjahu sein Gnadengesuch ein, am Montag wird in Tel Aviv dagegen protestiert. (Foto: Ohad Zwigenberg/AP)

Israels Premier Netanjahu bittet Staatspräsident Herzog um ein Ende des Korruptionsprozesses gegen ihn – zehn Monate vor den Parlamentswahlen. Die Opposition nennt den Vorstoß „unverschämt“.

Von Reymer Klüver

Der Vorstoß dürfte seit Wochen in der Planung gewesen sein. Politisch ist er jedenfalls längst vorbereitet, und der Zeitpunkt nun ist wohl strategisch gewählt. Gut zehn Monate vor den anstehenden Neuwahlen in Israel hat Premier Benjamin Netanjahu den Versuch begonnen, sich seiner größten innenpolitischen Bürde zu entledigen: des Vorwurfs der Bestechlichkeit im Amt. Seit fünf Jahren zieht sich gegen ihn ein Korruptionsprozess vor dem Bezirksgericht in Jerusalem hin, an diesem Dienstag sollte Netanjahu erneut vor Gericht vernommen werden. Die Vorwürfe und das Verfahren haben das Land zutiefst gespalten. Am Sonntag reichte Netanjahu bei Staatspräsident Isaac Herzog offiziell ein Gnadengesuch ein, präventiv und ohne eine Schuld einzugestehen.

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