Krieg in Nahost:Angeblich als Hamas-Versteck genutzt: Israelisches Militär greift Schule an

Ein Sprecher der Armee bestätigt einen Luftschlag gegen eine Schule des UN-Palästinenserhilfswerks, die vom militärischen Flügel der Hamas genutzt worden sein soll. UN-Generalsekretär Guterres zeigt sich "entsetzt" über Israels Offensive in Rafah.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in Nahost .

Wichtige Updates

Israel ordnet Evakuierung im Süden des Gazastreifens an

Unicef besorgt über Polioviren im Wasser im Gazastreifen

Israel will in Katar weiterverhandeln

Huthi-Anführer ist glücklich über "direkten Kampf mit dem israelischen Feind“ 

Netanjahu trifft Biden am Dienstag

Dimitri Taube

Israel erklärt zwei weitere Geiseln für tot

Die israelische Armee hat zwei weitere im Gazastreifen festgehaltene Geiseln für tot erklärt. Es handelt sich dabei um Jagev Buchstab, einen 35-jährigen Tontechniker, und Alex Dancyg, einen Historiker mit polnischer und israelischer Staatsbürgerschaft, der am Sonntag 76 Jahre alt geworden wäre. Beide seien am 7. Oktober vergangenen Jahres nahe der Grenze zum Gazastreifen beim Angriff der Hamas und des Islamischen Dschihads verschleppt worden, teilte die Armee mit. Man habe die Familien informiert, dass die Männer nicht mehr am Leben seien. Ihre Leichen würden von der Hamas festgehalten. Die Entscheidung, sie für tot zu erklären, basiere auf Geheimdienstinformationen und sei von einem Expertenforum gebilligt worden. Die Umstände ihres Todes in der Gewalt der Hamas würden untersucht.

Wie die Zeitung Times of Israel berichtet, machte das Militär keine näheren Angaben zu den Todesumständen. Auch die Möglichkeit, dass die beiden Männer durch israelisches Feuer getötet wurden, werde untersucht, schreibt die Zeitung.

"Jagev und Alex wurden lebend gefangen genommen und hätten lebend zu ihren Familien und in ihr Land zurückkehren sollen", heißt es in einer Erklärung des "Hostage Families Forum", eines Gremiums, das von den Familien der Geiseln und vermissten Personen gegründet wurde. Ihr Tod in Gefangenschaft sei tragisch und Folge "von Verzögerungstaktiken bei den Verhandlungen", schreibt das Forum. Man fordere von der israelischen Regierung, einem Geisel-Abkommen umgehend zuzustimmen. "Mit jeder Woche, die vergeht, läuft die Zeit für die Geiseln ab."

Laut Times of Israel haben die israelischen Streitkräfte nun den Tod von 44 der verbleibenden 116 Geiseln bestätigt. Über die Freilassung der Geiseln laufen indirekte Verhandlungen, die in dieser Woche wiederaufgenommen werden sollen. Insgesamt entführte und verschleppte die Hamas am 7. Oktober 251 Menschen aus Israel.
Dimitri Taube

Baerbock nutzt UN-Gutachten für Appell an Israel

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat Israel aufgefordert, Konsequenzen aus einem UN-Rechtsgutachten zu dessen Besatzungspolitik zu ziehen. In dem am Freitag veröffentlichten Dokument des Internationalen Gerichtshofes (IGH) in Den Haag heißt es, Israels Besatzung der palästinensischen Gebiete sei illegal und müsse so schnell wie möglich beendet werden. "Selbst wenn dieses Gutachten nicht bindend ist, wäre die israelische Regierung gut beraten, dieses Gutachten ernst zu nehmen", sagte die Grünen-Politikerin bei einem EU-Außenministertreffen in Brüssel.

Den IGH-Text bezeichnete Baerbock als "wegweisend". Das Gutachten zeige auch die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft für eine Zweistaatenlösung. Diese sei die einzige Sicherheit, dass Palästinenser und Israelis perspektivisch gemeinsam in Frieden leben können.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisierte dagegen das UN-Dokument. Er schrieb auf der Plattform X: "Das jüdische Volk ist kein Besatzer in seinem eigenen Land." Es sei absurd, die historische Wahrheit oder das Recht der Israelis, in ihren eigenen Gemeinden ihrer angestammten Heimat zu leben, zu leugnen.

Zuvor hatte sich das israelische Parlament erneut gegen die Gründung eines palästinensischen Staates ausgesprochen.
Dimitri Taube

Israel ordnet Evakuierung im Süden des Gazastreifens an

Das israelische Militär hat die verbliebene Bevölkerung in den östlichen Stadtteilen von Chan Yunis aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Menschen seien aufgefordert, ihre Häuser zu räumen und sich in die als Auffanglager ausgewiesene sogenannte humanitäre Zone Al-Mawasi zu begeben. Gesundheitseinrichtungen seien davon nicht betroffen. 

Israel begründete sein Vorgehen mit neuen Angriffen militanter Palästinenser vom östlichen Teil von Chan Yunis aus, bei denen unter anderem Raketen abgefeuert worden seien. Von palästinensischer Seite wurde dies bestritten und als Vorwand für weitere israelische Angriffe bezeichnet.

Unterdessen sollen bei neuen israelischen Angriffen im Gazastreifen mindestens 39 Palästinenser, unter ihnen viele Frauen und Kinder, getötet worden sein, teilten Krankenhausmitarbeiter in Chan Yunis mit. Weitere 80 Personen hätten Verletzungen erlitten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Nach Angaben der Gaza-Gesundheitsbehörde habe es die Todesopfer infolge von Luftangriffen und Panzerbeschuss in der Nähe von Chan Yunis gegeben. 
Maximilian Kornprobst

Unicef besorgt über Polioviren im Wasser im Gazastreifen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an sechs verschiedenen Orten im Gazastreifen Polioviren vom Typ 2 im Wasser nachgewiesen. Diese können Kinderlähmung verursachen. Bisher seinen allerdings noch keine Fälle von Lähmungen oder Infektionen mit Polio bekannt, sagte die Sprecherin von Unicef Deutschland, Christine Kahmann. Derzeit versuchten WHO und Unicef, das Ausmaß der Verseuchung zu ermitteln.

Kahrman forderte einen Waffenstillstand, um die Trinkwasserversorgung und die Abwassersysteme im Gazastreifen wiederherzustellen, damit sich Krankheiten schwerer verbreiten könnten. Fehlendes oder verschmutztes Wasser seinen gerade für Kinder gefährlich, da sie ein schwächeres Immunsystem hätten. Vor Beginn des aktuellen Konfliktes zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas seien die meisten Kinder in dem Küstengebiet gegen Polio geimpft und somit geschützt gewesen. 
Leopold Zaak
Leopold Zaak

Israel will in Katar weiterverhandeln

Im Rahmen der schleppend verlaufenden indirekten Verhandlungen mit der islamistischen Hamas entsendet Israel wieder eine Delegation nach Katar. Die Abordnung werde sich am Donnerstag auf den Weg machen, teilte das Ministerpräsidentenamt in Jerusalem mit. Dies habe Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Beratungen über die Geiselfrage entschieden, die er mit dem Verhandlungsteam und den Spitzen des Sicherheitsapparates geführt hatte, hieß es in der Mitteilung weiter. David Barnea, der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, führt nach Medienberichten wie schon in der Vergangenheit die Delegation an. 

Netanjahus Entscheidung erfolgte kurz vor seiner Abreise nach Washington, wo er am Dienstag US-Präsident Joe Biden treffen und am Mittwoch eine Rede im Kongress halten will. Barnea soll der katarischen Regierung die aktuelle Verhandlungsposition Israels erläutern. Diese steht in Kontakt mit der Hamas-Führung. Der Mossad-Chef hätte schon letzte Woche nach Doha aufbrechen sollen, seine Reise wurde jedoch verschoben. Bei den Gesprächen vermitteln neben Katar auch Ägypten und die USA. Dabei geht es um den Austausch der verbliebenen Geiseln in der Gewalt der Hamas gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen sowie die Herbeiführung einer Waffenruhe im Gaza-Krieg. 

Zuletzt hatte die Hamas mehr Flexibilität gezeigt. Netanjahu erhob jedoch neue Forderungen – so etwa die nach einem längeren Verbleib israelischer Truppen an strategischen Stellen des Gazastreifens –, weswegen die Gespräche in letzter Zeit nicht vom Fleck kamen. Noch ist unklar, ob der israelische Premier seinen Emissär mit einem großzügigeren Verhandlungsmandat ausstattete, um wieder Bewegung in den Prozess zu bringen.
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Huthi-Anführer ist glücklich über "direkten Kampf mit dem israelischen Feind“ 

Der tödliche Angriff der Miliz auf Tel Aviv sei eine „neue Stufe der Eskalation“ gewesen, sagte Anführer Abdel-Malik al-Huthi in einer im jemenitischen Fernsehsender Al-Masirah übertragenen Rede. „Wir sind sehr glücklich über unseren direkten Kampf mit dem israelischen Feind.“ Die Miliz verbessere ihre Fähigkeiten laufend und sei in dem Kampf nun „stärker als zuvor“, behauptete er. Israels Angriff auf den Hafen von al-Hudaida in Jemen werde nur zu noch mehr Aktionen gegen Israel führen.

Die Huthi werden vom Iran unterstützt. Teheran spricht zwar nur von politischer Unterstützung der schiitischen Miliz und bestreitet, diese mit Waffen zu versorgen. Das US-Militär fing mit Partnern in den vergangenen zehn Jahren aber mindestens 20 iranische Schiffe ab, die Raketen, Raketenteile, Marschflugkörper, Drohnen, Tausende Sturmgewehre und anderes Kriegsgerät an die Huthi liefern sollten.

Die Miliz hat ihr Waffenarsenal in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und stellt dies regelmäßig bei Militärparaden zur Schau. Die Raketen sollen eine Reichweite von bis zu 2 000 Kilometern haben, womit diese vom Jemen aus auch Israel samt der Küstenmetropole Tel Aviv treffen könnten.
Ein Bild des Milizenführers Abdul-Malik al-Huthi in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.
Ein Bild des Milizenführers Abdul-Malik al-Huthi in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. AFP
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Festnahmen bei propalästinensischer Demo in Berlin

Laut Polizei zeigten einige der bis zu 350 Demo-Teilnehmer am Samstag in Berlin mehrfach ein rotes Dreieck, das als Symbol der Terrororganisation Hamas gilt. Zudem seien Polizisten bei der Demo beleidigt und angegriffen worden, auch mittels Flaschenwürfen. Insgesamt fertigte die Polizei zwölf Strafanzeigen, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, besonders schweren Landfriedensbruchs, Beleidigung und Volksverhetzung. Zudem erfassten die Beamten fünf Ordnungswidrigkeiten. 19 Personen wurden vorläufig festgenommen, fünf Einsatzkräfte erlitten Verletzungen.

Die Demonstration war vom Neptunbrunnen in Berlin-Mitte bis zum Potsdamer Platz gezogen. An einer Gegenkundgebung aus Solidarität zu Israel am Bebelplatz nahmen laut Polizei etwa 40 Menschen teil. Anschließend attackierten Teilnehmer der propalästinensischen Demo Teilnehmer dieser Veranstaltung. Die Polizei setzte zwei Personen wegen Verdachts auf Körperverletzung und Beleidigung fest. 
Birgit Kruse
Birgit Kruse

Angriff in Jemen: Sender berichtet von mindestens sechs Toten

Bei dem israelischen Luftangriff in Jemen am Samstag sind in der Hafenstadt al-Hudaida mindestens sechs Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Das teilte die von der Huthi-Miliz kontrollierte Gesundheitsbehörde dem Fernsehsender Al-Masirah mit. Drei Menschen würden zudem vermisst. Der Sender zeigte auch Bilder von Verletzten nach dem Angriff, bei dem große Teile des strategisch wichtigen Hafens am Roten Meer in Flammen aufgingen.

Israel reagierte mit dem Angriff, an dem mehrere Kampfjets beteiligt waren, auf eine aus Jemen kommende Kampfdrohne, die im Zentrum von Tel Aviv eingeschlagen ist. Dabei waren am Freitag ein Mann getötet und acht weitere Menschen verletzt worden.

Welche Botschaft Israel damit auch an Iran senden will, lesen Sie hier:
Barbara Vorsamer
Barbara Vorsamer

Netanjahu trifft Biden am Dienstag

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu trifft nach Angaben seines Büros am Dienstagmittag (Ortszeit) den US-Präsidenten Joe Biden. Netanjahus Abreise in die USA ist demnach am Tag zuvor geplant. Lange war unklar, ob das Treffen wirklich stattfindet, unter anderem wegen Bidens Corona-Erkrankung. Zuletzt waren Biden und Netanjahu im vergangenen Herbst in Tel Aviv persönlich zusammengekommen, kurz nach den Massakern der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober.

Bei dem Gespräch soll es nach Medienberichten vor allem um die Bemühungen um eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und eine Freilassung der Geiseln im Gegenzug für die Freilassung palästinensischer Häftlinge gehen. In Israel war Kritik an der Auslandsreise Netanjahus laut geworden. Demonstranten hatten gefordert, er dürfte das Land erst nach einer Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln verlassen. Am Mittwoch will Israels Regierungschef vor den beiden Kammern des US-Kongresses eine Rede zu Israels militärischem Vorgehen im Gazastreifen halten.

Die Beziehungen zwischen Biden und Netanjahu gelten als angespannt. Mit einem Video, in dem er die US-Regierung wegen einer zurückgehaltenen Waffenlieferung mit harschen Worten angegriffen hatte, sorgte der israelische Ministerpräsident zuletzt für eine erneute Krise.
Newsdesk
Newsdesk

Israel und Iran warnen sich gegenseitig, Gefahr eines Flächenbrands wächst

Nach dem israelischen Luftangriff in Jemen in Reaktion auf eine tödliche Drohnenattacke der proiranischen Huthi-Miliz in Tel Aviv wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges. Iran und Israel sprachen gegenseitig Warnungen aus. Israels „gefährliches Abenteurertum“ könne einen regionalen Krieg auslösen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanaani, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach vom Abwehrkampf gegen Irans „Terrorachse“.  Der Gegenschlag in Jemen sei die Antwort „auf Hunderte Attacken der letzten Monate auf Israel“ gewesen, erklärte die israelische Armee. Über den Hafen von al-Hudaida seien Waffen aus Iran in das Land gelangt, sagte Netanjahu. Wie die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah-Miliz in Libanon sei die Huthi-Miliz in Jemen ein integraler Bestandteil der iranischen „Achse des Bösen“. 

„Jetzt ist es an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft die Sanktionen gegen Iran maximiert“, forderte der israelische Außenminister Israel Katz auf der Plattform X. Iran unterstütze, trainiere und finanziere die Huthi als „Teil seines regionalen Netzwerks von Terrororganisationen, die Israel angreifen wollen“. Israel und seine Unterstützer wie die USA würden für „unvorhersehbare und gefährliche Folgen“ des Gaza-Kriegs und Angriffe auf Jemen „direkt verantwortlich sein“, warnte der Sprecher des iranischen Außenministeriums.

Am frühen Morgen fing Israels Raketenabwehr nach Militärangaben eine Boden-Boden-Rakete ab, die sich vom Jemen aus Israel genähert habe. Zuvor sei im Raum der südisraelischen Hafenstadt Eilat Raketenalarm ausgelöst worden, hieß es. Das Geschoss sei jedoch nicht in israelisches Gebiet eingedrungen. Berichte über Opfer gab es nicht.
Dimitri Taube

Israel greift Hafenstadt in Jemen an - Huthi-Miliz droht mit Vergeltung

Einen Tag nach dem tödlichen Drohnenangriff in Tel Aviv hat Israels Militär mit einem direkten Gegenschlag in Jemen reagiert. Israelische Kampfjets hätten militärische Ziele in der jemenitischen Hafenstadt al-Hudaida angegriffen, bestätigte die israelische Armee auf der Plattform X. Dies sei als "Antwort auf Hunderte Attacken auf Israel in den vergangenen Monaten" geschehen, hieß es weiter. Die Huthi-Miliz drohte anschließend mit Vergeltung - sie werde nicht zögern, "wichtige Ziele" in Israel zu attackieren. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte, die Miliz bereite sich auf einen "langen Krieg" vor.

Auf Bildern in sozialen Medien war ein Großbrand am Hafen in al-Hudaida zu sehen, mit hohen Flammen und einer dunklen Rauchsäule am Himmel. Huthi-Sprecher Mohammed Abdel Salam sprach von einem Angriff gegen "zivile Einrichtungen". Ziele seien Öl- und Stromanlagen gewesen. Der der Huthi-Miliz nahestehende Fernsehsender Al-Masirah berichtete unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde von Dutzenden Verletzten. In einem früheren Bericht war auch von Getöteten die Rede gewesen.

Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dient der angegriffene Hafen der Huthi-Miliz als Einfallstor für iranische Waffenlieferungen. Außerdem werde der Hafen für militärische Zwecke genutzt. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari erklärte, dass Israel den Luftangriff alleine ausgeführt habe und Verbündete wie die USA nicht daran beteiligt gewesen seien. Aus Washington hieß es ebenfalls, die USA seien nicht beteiligt gewesen.

Zuvor hatte der Huthi-nahe Sender Al-Masirah behauptet, auch die USA seien an den Angriffen beteiligt gewesen. Zudem hatte der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija unter Berufung auf ungenannte Quellen gemeldet, es handle sich um einen gemeinsamen Angriff Israels, Großbritanniens und der USA. Letztere Länder haben in Jemen immer wieder Ziele attackiert - als Reaktion auf Angriffe der Huthi.

Am Freitag waren im Zentrum von Tel Aviv beim Einschlag einer Kampfdrohne ein Mann getötet und mindestens acht weitere Menschen verletzt worden. Die mit Sprengstoff beladene Drohne schlug in ein Wohnhaus ein, wie der Rettungsdienst Magen David Adom auf der Plattform X mitteilte. Nach Angaben der Armee kam die Langstreckendrohne aus Jemen. Die Huthi-Miliz sprach vom Angriff auf ein "wichtiges Ziel" in Tel Aviv. Israels Verteidigungsminister Joav Gallant hatte danach Vergeltung angekündigt.
Dimitri Taube

Israel greift offenbar Munitionsdepot der Hisbollah an

Israel hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Munitionsdepot der bewaffneten libanesischen Hisbollah-Miliz in Südlibanon angegriffen. Die Attacke auf die Stadt Adlun, die etwa 40 Kilometer nördlich der libanesischen Grenze zu Israel liegt, löste große Explosionen aus, sagten Zeugen laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Dimitri Taube

Palästinenser berichten von mindestens 30 Toten bei israelischen Angriffen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben von Vertretern der dortigen Gesundheitsbehörde mindestens 30 Palästinenser getötet worden. Unter den Todesopfern seien auch ein Journalist, seine Frau und zwei Kinder, die bei einem Angriff auf ihr Haus im nördlichen Gazastreifen ums Leben gekommen seien, teilte laut der Nachrichtenagentur Reuters ein Arzt mit.

Aus Rafah berichteten nach Reuters-Angaben Einwohner von heftigen Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und der Hamas. Die israelische Armee teilte mit, dass sie ihre Einsätze gegen Hamas-Kämpfer in Rafah fortsetze und auch im Zentrum des Gazastreifens Stellungen der Hamas attackiert habe. Dabei bekräftigte die Armee ihren Vorwurf, dass die Hamas humanitäre und zivile Strukturen für militärische Zwecke missbrauche. In Rafah will Israel die letzten großen Kampfverbände der islamistischen Palästinenser-Organisation zerschlagen.
Newsdesk
Newsdesk

Gallant kündigt Vergeltung für Huthi-Drohne auf Tel Aviv an

Israels Verteidigungsminister Joav Gallant hat Berichten zufolge Vergeltung für einen Drohnenangriff auf Tel Aviv durch die Huthi-Miliz angekündigt. Das israelische Verteidigungsministerium arbeite an der Verstärkung der Verteidigungsmechanismen und werde "jeden, der dem Staat Israel schadet, zur Rechenschaft ziehen“, sagte Gallant der BBC zufolge am Freitag. 

Am Freitagmorgen war eine Drohne in Tel Aviv explodiert und hatte einen Israeli getötet und acht weitere Menschen verletzt. Die jemenitische Huthi-Miliz hatte später die Verantwortung für den Drohnenangriff übernommen und Tel Aviv zur "unsicheren Zone" erklärt. Ein Huthi-Sprecher sagte, der Angriff habe mithilfe einer neuen Drohne stattgefunden - diese kann angeblich die Flugabwehr umgehen. 

Tatsächlich hatte Israel bislang nahezu alle Drohnen abwehren können. Tel Aviv hatte bislang noch keine von ihnen erreicht.
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Ungarn blockiert kritische EU-Botschaft an Israel

Der Chefdiplomat der EU wollte im Namen aller 27 Mitgliedstaaten eine Erklärung des israelischen Parlaments kritisieren: Es geht um die Resolution, die sich gegen einen palästinensischen Staat ausspricht. Allerdings ist das Vorhaben am Widerstand Ungarns gescheitert. Stattdessen konnte nur ein Statement des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell veröffentlicht werden, wie ein ranghoher EU-Beamter in Brüssel der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Darin heißt es, die Europäische Union bedauere die am Donnerstag von der Knesset verabschiedete Resolution. Es bestehe ein breiter Konsens in der internationalen Gemeinschaft, dass die einzige nachhaltige Lösung für den Nahost-Konflikt die Zweistaatenlösung sei. Palästinenser und Israelis hätten das gleiche Recht, in Sicherheit, Würde und Frieden zu leben. Keine Hoffnung und keine Perspektive für das palästinensische Volk würden den aktuellen Konflikt nur vertiefen. Die Mehrheit der Knesset-Abgeordneten hatte am Donnerstag für einen Beschluss gestimmt, der die Gründung eines palästinensischen Staates ablehnt. 

Warum Ungarn eine Erklärung im Namen aller EU-Staaten verhinderte, ist unklar. Als möglichen Hintergrund nannten Diplomaten, dass die Regierung in Budapest sehr gute Kontakte nach Israel hat. Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orbán pflegt seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
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