Krieg in Nahost:Neuer Aufruf: Deutsche sollen Libanon verlassen

Andauernde Kämpfe in Südlibanon: Erste Länder rufen ihre jeweiligen Landsleute zum Verlassen von Israels nördlichen Nachbarn auf. (Foto: Taher Abu Hamdan/dpa)

Das Auswärtige Amt fordert angesichts der Sorgen vor einem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz erneut deutsche Staatsangehörige zum Verlassen des arabischen Landes auf. Kanada hat seine Landsleute bereits dazu aufgerufen.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in Nahost. 

Wichtige Updates

Angehörige wütend über Verschiebung der Geisel-Verhandlungen

US-Regierungsvertreter: Verhandlungen über Geisel-Deal "in der Schlussphase"

Netanjahu skizziert Zukunft für Gaza - bleibt aber vage

Netanjahu spricht vor dem US-Kongress

Ben-Gvir fordert, Juden auf dem Tempelberg das Gebet zu erlauben

Dimitri Taube

Armee: Fünf Leichen israelischer Geiseln nach Feuergefechten aus Tunnel in Chan Yunis geborgen

Israels Armee konnte bisher sieben Geiseln lebend aus dem Gazastreifen retten. Andere konnten nur tot geborgen werden - so wie die Leichen von fünf israelischen Geiseln, die nach Angaben des israelischen Armeesenders am Mittwoch aus einem Tunnel in Chan Yunis im Süden des Gazastreifens geborgen und nach Israel gebracht wurden. An dem Militäreinsatz seien Soldaten und Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes beteiligt gewesen.

Die Armee äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem genauen Fundort der sterblichen Überreste. Es handele sich um drei Zivilisten, darunter eine 56-jährige Einwohnerin eines Kibbuz am Rande des abgeriegelten Küstenstreifens, wie die Armee mitteilte. Sie sei bei dem Massaker der islamistischen Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres getötet und ihre Leiche verschleppt worden.  Bei den übrigen Leichen handele es sich um Soldaten, die an dem Tag im Kampf gegen die Terroristen fielen und deren Leichen ebenfalls verschleppt worden seien.

Der Armeesender berichtete, in dem Tunnel selbst sei es während des Einsatzes nicht zu Kämpfen mit militanten Palästinensern gekommen. Der Ort sei nicht bewacht gewesen. Auf dem Weg zu dem Tunnel hätten sich die Soldaten dagegen mehrere Feuergefechte mit bewaffneten Palästinensern geliefert. Dabei seien rund 30 militante Kämpfer getötet worden. Die Armee teilte mit, in den vergangenen Tagen seien in Chan Yunis „Dutzende Terroristen ausgeschaltet und rund 50 Terror-Einrichtungen zerstört worden“.
Dimitri Taube

Angehörige wütend über Verschiebung der Geisel-Verhandlungen

Angehörige der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln sind empört über die Verschiebung der indirekten Verhandlungen über die Freilassung der Entführten. Statt in seiner Rede vor dem US-Kongress zu verkünden, dass er das auf dem Tisch liegende Abkommen akzeptiere, "verhindert (Israels Regierungschef Benjamin) Netanjahu aus persönlichen Gründen, dass das Abkommen zustande kommt", kritisierte die Mutter einer Geisel laut der Times of Israel. Netanjahu hatte in der Rede Kritik am Vorgehen im Gazastreifen zurückgewiesen.

Entgegen den Hoffnungen von Angehörigen der 120 noch in dem abgeriegelten Küstenstreifen verbliebenen Geiseln verkündete Netanjahu keine Vereinbarung über eine Waffenruhe im Gegenzug für die Freilassung der Entführten. Die für heute angekündigte Reise einer israelischen Delegation nach Katar zu den indirekten Verhandlungen mit der islamistischen Hamas verschiebt sich außerdem weiter. Sie werde erst kommende Woche erwartet, bestätigte eine israelische Repräsentantin. Das genaue Datum sei noch unklar.
Dimitri Taube

US-Politikerin Pelosi kritisiert Netanjahus Auftritt im Kongress

Die demokratische US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi hat den Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor beiden Kammern des US-Kongresses scharf kritisiert. Dies sei der "bei Weitem schlechteste Auftritt eines ausländischen Würdenträgers" gewesen, der das Privileg gehabt habe, vor dem US-Kongress zu reden, schrieb die frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses auf der Plattform X. Netanjahu hatte bei seiner Rede entgegen den Hoffnungen von Angehörigen der 120 noch im Gazastreifen verbliebenen Geiseln keine Vereinbarung über eine Waffenruhe im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln angekündigt.

Pelosi schrieb weiter: "Viele von uns, die Israel lieben, verbrachten heute Zeit damit, israelischen Bürgern zuzuhören, deren Familien als Folge des Terroranschlags und der Entführungen der Hamas vom 7. Oktober gelitten haben. Diese Familien fordern ein Waffenstillstandsabkommen, das die Geiseln nach Hause bringt - und wir hoffen, dass der Ministerpräsident seine Zeit damit verbringen wird, dieses Ziel zu erreichen."

Der in der Heimat und international unter Druck stehende israelische Ministerpräsident hatte in seiner Rede jegliche Kritik am militärischen Vorgehen seines Landes im Gazastreifen zurückgewiesen.
Nadja Tausche
Nadja Tausche

US-Regierungsvertreter: Verhandlungen über Geisel-Deal "in der Schlussphase"

Die US-Regierung zeigt sich erneut optimistisch in Bezug auf die Gespräche über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg. Die Verhandlungen seien in der "Schlussphase“, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter: "Es ist an der Zeit, sich zu einigen.“ Man gehe davon aus, dass die Differenzen überwindbar seien. "Es gibt einige Dinge, die wir von der israelischen Seite brauchen, keine Frage" - es gebe aber auch "einige wichtige Dinge“, die nur in den Händen der islamistischen Hamas lägen, weil diese die Geiseln festhalte.

Weiter sagt der Regierungsvertreter: Die aktuell vorliegende Vereinbarung entspreche im Wesentlichen dem, was die Israelis gefordert hätte. Er gehe davon aus, dass es in der kommenden Woche viel Bewegung geben werde: "Es handelt sich nicht um unüberbrückbare Probleme.“ Die Hamas erklärt dagegen, dass die Äußerungen Netanjahus über verstärkte Bemühungen zur Freilassung der Geiseln "reine Lügen" und "irreführend" für die öffentliche Meinung seien.

Im Laufe der Verhandlungen hatte es bereits mehrmals geheißen, eine Einigung sei in Sicht - einen Durchbruch konnten die Verhandler Katar, USA und Ägypten aber bislang nicht verkünden. 
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Strenge Sicherheitsvorkehrungen bei Protesten gegen Netanjahu-Rede - Polizei setzt Pfefferspray ein

Bei den Protesten gegen die Rede des israelischen Premiers in Washington waren die Sicherheitsvorkehrungen so streng wie seit Jahren nicht. Das Kapitol war Reuters zufolge von hohen Zäunen umstellt, die Polizei zeigte starke Präsenz. Vor dem Kapitol waren tausende Menschen zusammengekommen. Kurz vor Beginn der Rede berichtete die Polizei, Demonstranten seien gewalttätig geworden, sodass die Sicherheitskräfte Pfefferspray einsetzen mussten.

Während Netanjahu vor und während seiner Ansprache im Kongress gefeiert wurde, schwänzten auch dutzende Abgeordnete der Demokraten demonstrativ seine Rede. Sie wiederholten ihre Kritik an der israelischen Offensive im Gazastreifen, bei der es zehntausende Todesopfer gibt und die eine humanitäre Krise zur Folge hat.
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Netanjahu skizziert Zukunft für Gaza - bleibt aber vage

Vor dem US-Kongress spricht Benjamin Netanjahu darüber, wie er sich die Zukunft des Gazastreifens vorstellt: Man wolle sicherstellen, dass Gaza nie wieder eine Bedrohung für Israel darstelle. Einer neuen Generation Palästinensern müsse beigebracht werden, nicht länger Juden zu hassen – sondern friedlich mit ihnen zusammenzuleben. Der Gazastreifen sollte eine Zivilbehörde haben, sagt der israelische Premier, diese solle von Palästinensern angeführt werden, die nicht die Zerstörung Israels zum Ziel hätten. Auf absehbare Zeit werde aber eine übergeordnete Sicherheitskontrolle über Gaza benötigt. Man müsse die Demilitarisierung und Deradikalisierung des Gazastreifens sicherstellen. Dies könne zu Sicherheit führen, sagt Netanjahu – und vergleicht die Situation mit der Lage Deutschlands zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Jerusalem solle nie wieder geteilt werden, betont er. 

Die Verantwortung Israels für die Vielzahl an zivilen Todesopfern weist Netanjahu zurück und wiederholt, man tue alles für deren Sicherheit - im Gegensatz zur Hamas. 

Immer wieder betont Netanjahu in seiner Ansprache die Verbindung Israels mit den USA. Es gehe um einen gemeinsamen Kampf: „Unser Feind ist euer Feind“, sagt er, und auch: „Unser Sieg wird euer Sieg sein.“ Er sei hoffnungsvoll, was die Zukunft Israels betreffe, man habe eine "starke Demokratie". Er sei zudem hoffnungsvoll, was die USA betreffe. Israel werde für immer der unverzichtbare Verbündete der USA bleiben, betont Netanjahu.
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Netanjahu spricht über Geiseln

Netanjahu blickt bei seiner Rede vor dem US-Kongress zurück auf den 7. Oktober. Es sei ein wolkenloser Tag gewesen, sagt er, Kinder hätten noch geschlafen, als die "Hamas-Terroristen in Israel eingefallen" seien. Als Netanjahu über die 135 Geiseln spricht, die sich mittlerweile wieder in Israel befänden, kommt es erneut zu lautem Applaus – viele der Zuhörerinnen und Zuhörer stehen auf. Namentlich begrüßt Netanjahu auch die Familien der Geiseln, von denen einige ebenfalls im Parlamentsgebäude in Washington sitzen.

Bei US-Präsident Biden bedankt er sich für dessen Einsatz im Bezug auf die Geiseln, auch anwesenden israelischen Soldaten zollt Netanjahu Respekt. Er kritisiert die Menschen, die gegen Israel protestieren. Im Laufe seiner Rede wird Netanjahu grundsätzlich, spricht über die Geschichte des Antisemitismus, auch gegen Iran wettert er. Der Bogen, den Netanjahu zum Gaza-Krieg schlägt, ist groß. 

Zum Internationalen Strafgerichtshof (ICC) sagt der Premier: Dieser versuche, Israel "die Hände zu binden". Der Chefankläger vor dem Gericht in Den Haag hatte im Mai Haftbefehle gegen Netanjahu und den israelischen Verteidigungsminister Joav Gallant wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit beantragt, ebenso gegen drei Anführer der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Der ICC muss über diese Anträge noch entscheiden. 
Kassian Stroh
Kassian Stroh

US-Kongress feiert Netanjahu

Begeisterter Empfang für den israelischen Premier im Kongress der Vereinigten Staaten: Die Abgeordneten von Senat und Repräsentantenhaus, die zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengekommen sind, applaudieren minutenlang, als Benjamin Netanjahu den Saal betritt. Er schüttelt Hände und bedankt sich ein ums andere Mal mit Gesten bei den Abgeordneten, die sich erhoben haben.

Netanjahu umschmeichelt sie und bedankt sich dafür, zum vierten Mal vor dieser "Zitadelle der Demokratie" sprechen zu dürfen. Man stehe an einer Kreuzung der Geschichte, in einem "Krieg der Kultur gegen die Barbarei" - und in diesem gelte: "Amerika und Israel müssen zusammenstehen." Auch hier tosender Applaus. Denn dann passiere etwas Simples, sagt Netanjahu: "Wir werden gewinnen, die anderen verlieren."
Benjamin Netanjahu beim Einzug in den Saal, die Hände vieler Abgeordneter schüttelnd.
Benjamin Netanjahu beim Einzug in den Saal, die Hände vieler Abgeordneter schüttelnd. Foto: Roberto Schmidt/AFP
Nadja Tausche
Nadja Tausche

Netanjahu spricht vor dem US-Kongress

Um 20 Uhr deutscher Zeit äußert sich der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, der derzeit in den Vereinigten Staaten ist. In der Ansprache soll es um den seit mehr als neun Monaten tobenden Gaza-Krieg gehen. Was Netanjahu genau sagen wird, ist bisher nicht klar. Angehörige israelischer Geiseln, die Netanjahu auf seiner US-Reise begleiten, hoffen aber auf eine Ankündigung des Regierungschefs über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge.

Vor der Rede des Regierungschefs versammelten sich zahlreiche Demonstranten rund um das Parlamentsgebäude in Washington. Die unterschiedlichen Proteste gewannen um die Mittagszeit (Ortszeit) an Zulauf. Bei einer propalästinensischen Kundgebung forderten Rednerinnen und Redner die US-Regierung von Joe Biden unter anderem dazu auf, die militärische Hilfe für Israel komplett einzustellen. Sie warfen Israel einen „Genozid“ im Gazastreifen vor und beschuldigten Biden, seine Stellvertreterin Kamala Harris und die Spitzen im US-Parlament, sich daran zu beteiligen. Es wurden zahlreiche Palästina-Flaggen gezeigt.

An einem anderen Ort im Parlamentsviertel versammelten sich jüdische Demonstranten mit Israel-Flaggen. Sie richteten ihren Protest ebenfalls gegen Netanjahu. Ein Teilnehmer sagte, Netanjahu repräsentiere nicht das israelische Volk. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Kapitol waren wegen des Besuchs drastisch erhöht worden. Das Gebäude wurde weiträumig mit hohen Zäunen abgesperrt. Die Polizei hatte bereits am Tag vor der Rede mehrere Demonstranten festgenommen, die in einem zum Parlament gehörenden Bürogebäude gegen den Gaza-Krieg protestiert hatten. Auch einige Mitglieder des Parlaments hatten angekündigt, der Rede Netanjahus fernbleiben zu wollen.  
Kassian Stroh
Kassian Stroh

Ben-Gvir fordert, Juden auf dem Tempelberg das Gebet zu erlauben

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat sich dafür ausgesprochen, auch Juden das Gebet auf dem Tempelberg in Jerusalem zu erlauben - entgegen des seit geraumer Zeit geltenden Status quo, was für viele Muslime eine schwere Provokation darstellt. „Ich bin Teil der politischen Führung und die politische Führung erlaubt das jüdische Gebet auf dem Tempelberg“, sagte Ben-Gvir bei einer Konferenz in der Knesset. Er selbst hatte den Tempelberg kürzlich besucht und dort nach eigenen Angaben auch gebetet. Dies verstößt gegen eine lange eingehaltene Praxis. 

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Gemäß einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstöße. 

Ben-Gvir kritisiert diese Vereinbarung als rassistisch und als Diskriminierung von Juden. Seit er im Amt ist, hat er bereits mehrmals den Tempelberg besucht. Seine öffentlichkeitswirksamen Besuche dort lösten auch international Empörung aus. In der arabischen Welt gelten solche Visiten als offene Provokation.

Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte mit einer knappen Mitteilung auf Ben-Gvirs Vorstoß: „Israels Politik der Aufrechterhaltung des Status quo auf dem Tempelberg hat sich nicht geändert und wird sich auch nicht ändern.“ Mehrere Koalitionspartner wiesen Ben-Gvirs Vorstoß ebenfalls entschieden zurück.
In der israelischen Regierung sitzt ein Pyromane, der versucht, den Nahen Osten zu entflammen.
Joaw Gallant, israelischer Verteidigungsminister auf der Plattform X
Der für die heiligen Stätten zuständige Polizeichef stellte klar, dass seine Einheit das jüdische Gebet auf dem Tempelberg nicht erlaubt. Ultraorthodoxe Politiker wie Innenminister Mosche Arbel bezeichneten Ben-Gvirs Gebet auf dem Tempelberg als Blasphemie. Ihrer Ansicht nach ist es Juden aus religiösen Gründen strikt verboten, das Gelände überhaupt zu betreten.
Matthias Becker
Matthias Becker

Israelische Delegation verschiebt Abreise zu Verhandlungen nach Katar

Entgegen der bisherigen Planung wird eine israelische Delegation doch nicht am Donnerstag zu weiteren Gesprächen über einen Geisel-Deal und einen Waffenstillstand zwischen Israel und der islamistischen Hamas nach Katar reisen. Eine israelische Repräsentantin bestätigte entsprechende Berichte israelischer Medien. Stattdessen soll die Delegation nun erst in der kommenden Woche nach Katar reisen. Das genaue Datum ist laut der Repräsentantin noch unklar. 

Hintergrund sei, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Joe Biden an diesem Donnerstag in Washington über Möglichkeiten beraten wollten, wie man zu einer Vereinbarung mit der Hamas kommen könne. An der Spitze der Delegation steht den Angaben zufolge erneut David Barnea, Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad. Barnea sollte der katarischen Regierung die aktuelle Verhandlungsposition Israels erläutern. Katar vermittelt gemeinsam mit Ägypten und den USA zwischen Israel und der Hamas.

Die Gespräche kommen seit längerer Zeit nicht vom Fleck. Zuletzt hatte die Hamas nach Medienberichten mehr Flexibilität gezeigt. Netanjahu erhob jedoch neue Forderungen – so beispielsweise nach einem längeren Verbleib israelischer Truppen an strategischen Stellen des Gazastreifens.
Julia Bergmann
Julia Bergmann

Netanjahu trifft Biden und Harris am Donnerstag

US-Präsident Joe Biden empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Donnerstag im Weißen Haus. Bei den Beratungen werde es um die Fortschritte hin zu einer Waffenruhe im Gazastreifen und einer Freilassung der dort festgehaltenen Geiseln gehen, teilt das US-Präsidialamt mit. Mit Vize-Präsidentin Kamala Harris werde sich Netanjahu getrennt treffen. Noch am Mittwoch ist eine Rede Netanjahus vor dem US-Kongress geplant.
Julia Hippert
Julia Hippert

UN-Generalsekretär Guterres begrüßt von China vermittelte Einigung zwischen Hamas und Palästinensergruppen 

Das teilen die Vereinten Nationen in ihrem Regionalen Inforationszentrum mit. Alle Schritte in dieser Richtung sollten unterstützt werden, sagte ein Sprecher in New York. 

Bei einem Treffen in Peking hatten sich 14 rivalisierende palästinensische Gruppierungen, neben der Hamas auch die im Westjordanland regierende Fatah-Partei, auf eine mögliche Übergangsregierung für die Zeit nach einem möglichen Ende des Gaza-Kriegs geeinigt. Laut der sogenannten „Pekinger Erklärung“ solle diese Übergangsregierung Befugnisse in allen palästinensischen Gebieten haben. Aufgeführt wurden in dem Papier der Gazastreifen, das Westjordanland und das von Israel besetzte Ost-Jerusalem. 

Israel übte scharfe Kritik an der Einigung und insbesondere an Palästinenserpräsident Abbas. Dieser umarme die Mörder der Hamas und offenbare damit sein wahres Gesicht, schrieb der israelische Außenminister Katz im Onlinedienst X. 
Julia Hippert
Julia Hippert

Proteste vor Netanjahus Rede im US-Kongress

An diesem Mittwoch hält Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine mit Spannung erwartete Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses. Dabei soll es unter anderem um den seit mehr als neun Monaten tobenden Gaza-Krieg gehen. Angehörige israelischer Geiseln, die Netanjahu auf seiner US-Reise begleiten, erhoffen sich eine Ankündigung des Regierungschefs über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge.

Bereits am Tag vor Netanjahus Rede, kam es zu Protesten rund um das Kapitol. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest, die in einem Gebäude des US-Parlaments gegen den Gaza-Krieg protestiert hatten. Sie hätten das zum Gebäudekomplex des Kapitols gehörige Cannon House Office Building zwar legal betreten, teilte die Kapitolpolizei am Dienstag mit. Protest sei dort aber nicht erlaubt. Weil die Demonstranten der Aufforderung, den Protest zu beenden nicht nachkamen, sei das Gebäude geräumt worden. Dort war es in den vergangenen Monaten bereits zu ähnlichen Protestaktionen gekommen.
Bereits gestern haben Angehörige der israelischen Geiseln vor dem Kongress protestiert.
Bereits gestern haben Angehörige der israelischen Geiseln vor dem Kongress protestiert. Craig Hudson/Reuters
Es ist Netanjahus erster Besuch in Washington seit fast vier Jahren und seine erste Auslandsreise seit dem Terrorüberfall der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober, der zum Krieg in Gaza führte. Netanjahu wolle seine Rede vor dem US-Kongress nutzen, um sowohl sein angeschlagenes Image als „Beschützer Israels“ als auch des israelischen Politikers mit dem größten Einfluss in den USA zu rehabilitieren, schrieb der gut vernetzte israelische Journalist Barak Ravid auf dem US-Nachrichtenportal Axios. Er werde sich um die Unterstützung beider politischer Lager in den USA bemühen, sagte der israelische Regierungschef. „In dieser Zeit von Krieg und Ungewissheit ist es wichtig, dass Israels Feinde wissen, dass Amerika und Israel zusammenstehen - heute, morgen und immer“, sagte Netanjahu.

Dutzende demokratischen Abgeordneten haben angekündigt, dass sie Netanjahus Rede boykottieren werden, vor allem wegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg, berichtete Ravid kürzlich bei Axios. Auch Vizepräsidentin Kamala Harris wird der Rede nicht beiwohnen. Sie habe eine Reise nach Indianapolis geplant, wie die New York Times berichtet. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Trump will Netanjahu in Florida treffen

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump will laut eigenen Angaben Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida empfangen. Das kündigte der frühere US-Präsident über seine Online-Plattform Truth Social an. Zunächst hatte Trump Mittwoch als Termin genannt, kurz darauf dann Donnerstag. Dann teilte er mit, das Treffen werde erst am Freitag stattfinden. Das gehe auf den Wunsch Netanjahus zurück.

Die Times of Israel zitiert eine Erklärung von Netanjahus Büro, es sei für den Staat Israel von großer Bedeutung, dass der Ministerpräsident sowohl mit US-Präsident Joe Biden als auch mit den beiden Spitzenkandidaten für die zukünftige US-Präsidentschaft Gespräche führe. „Am Donnerstag hat das Weiße Haus für 13 Uhr ein Treffen zwischen Präsident Biden und Premierminister Netanjahu angesetzt, und für den Nachmittag ist ein Treffen mit der Vizepräsidentin [Kamala Harris] geplant“, heißt es in der Erklärung. „Die einzige Möglichkeit, Donald Trump zu treffen, besteht daher am Freitag.“  Wegen des Treffens mit Trump werde Netanjahu über den jüdischen Sabbat in den USA bleiben müssen, so die Zeitung. Ursprünglich wollte Netanjahu am Donnerstag zurückfliegen.

Klar ist bereits: Netanjahu hält am Mittwoch eine Rede zum Gaza-Krieg im US-Kongress. 
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