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Washington:VAE und Bahrain unterzeichnen Abkommen mit Israel

Bei der Unterzeichnung im Garten des Weißen Hauses (von links): Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani, Israels Premier Benjamin Netanjahu, US-Präsident Donald Trump und VAE-Außenminister Abdullah bin Sajid.

(Foto: AP)

Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen normalisieren die beiden Staaten ihre Beziehungen zu Jerusalem. Der US-Präsident spricht von einem "unglaublichen Tag für die Welt".

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und das Königreich Bahrain normalisieren ihre Beziehungen zu Israel. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Außenminister der VAE und Bahrains, Abdullah bin Sajid und Abdullatif al-Sajani, unterzeichneten im Garten des Weißen Hauses verschiedene Abkommen, mit denen der Frieden, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die "volle Normalisierung" der Beziehungen vereinbart wurden.

US-Präsident Donald Trump lobte die Annäherung zwischen den Staaten. "Wir sind heute Nachmittag hier, um den Lauf der Geschichte zu ändern. Nach Jahrzehnten der Teilung und des Konflikts begehen wir den Beginn eines neuen Nahen Ostens", sagte Trump kurz vor der Unterzeichnung der Abkommen. Dies sei ein "unglaublicher Tag für die Welt".

Netanjahu bezeichnete die Annäherung seines Landes mit den VAE und Bahrain als historisch. Der Schritt könne den arabisch-israelischen Konflikt endgültig beenden. Der Frieden, der geschlossen werde, werde andauern.

Trump hatte bei der Annäherung vermittelt. Er sagte vor der Zeremonie bei einem Treffen mit Netanjahu, Gespräche mit fünf weiteren Ländern über ähnliche Schritte seien weit fortgeschritten. Trump überreichte Netanjahu dabei auch einen symbolischen Schlüssel für das Weiße Haus. Der israelische Regierungschef entgegnete, Trump besitze den Schlüssel für die Herzen der Israelis.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel hatten die Normalisierung ihrer Beziehungen überraschend Mitte August beschlossen. Am Freitag verkündete Trump, Bahrain werde sich den VAE anschließen.

Allianz gegen Iran

Die Golfstaaten versprechen sich von den Abkommen wirtschaftliche Vorteile, schmieden aber mit Israel vor allem eine Allianz gegen Iran. Durch die Abkommen wird es mit Ägypten und Jordanien sowie nun den VAE und dem Königreich Bahrain vier arabische Länder geben, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten. Saudi-Arabien unterhält Berichten zufolge zumindest inoffiziell intensive Beziehungen zu Israel. Auch hier soll es um die Gegnerschaft zu Iran gehen.

Im Gegenzug will Israel die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, die die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Die Palästinenser fühlen sich durch das Vorgehen der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains verraten.

© SZ/AP/dpa/gal/cat

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