Israel:Ein Angriff in einem Bus, drei Messerattacken auf Passanten

Bus, Jerusalem, Angriff

Israelische Rettungskräfte bergen die Opfer des Anschlags aus dem Bus.

(Foto: AFP)
  • Israel ist am Vormittag von mehreren Attacken durch Palästinenser erschüttert worden.
  • In Jerusalem griffen zwei Palästinenser in einem Bus Passagiere mit einer Schusswaffe und einem Messer an.
  • Außerdem gab es drei weitere Messerattacken auf israelische Passanten.
  • Mindestens drei Israelis starben, insgesamt werden mehr als 30 Menschen verletzt.

Angriff in Bus mit Schusswaffe und Messer

Die Angriffsserie auf Passanten in Israel hat am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht - bei insgesamt vier Attacken wurden mindestens drei Israelis getötet. In einem Bus in Jerusalem gingen zwei Palästinenser mit einer Schusswaffe und einem Messer auf die Mitfahrenden los. Mindestens zwei Menschen starben, wie die britische BBC und die israelische Haaretz melden, 16 oder mehr Menschen wurden verletzt worden, mehrere davon schwer, meldet die BBC unter Berufung auf die Rettungskräfte.

Die Polizei teilte mit, sie habe am Ort der Attacke zwei Attentäter in einem Bus gesehen. Diese seien "kaltgestellt" worden. Ynetnews.com zufolge wurde ein Attentäter erschossen, der andere durch Schüsse verletzt.

Messerattacken an anderen Orten

An einer Bushaltestelle in Jerusalem fuhr ein Palästinenser mit seinem Wagen in eine Gruppe von Passanten, wie die Polizei berichtet. Dann sei er ausgestiegen und habe mit einem Messer auf die Wartenden eingestochen. Der Angreifer sei von der Polizei erschossen worden. Einer der Passanten sei später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, melden übereinstimmend die BBC und israelische Medien.

Eine weitere Attacke gab es in der Stadt Raanana nördlich von Tel Aviv. Auch dort ging ein Palästinenser mit einem Messer auf einen Passanten los, wie die Polizei mitteilte. Umstehende stürzten sich auf den Angreifer, schlugen und überwältigten ihn, noch bevor die Polizei eintraf. Das Opfer erlitt mittelschwere Verletzungen. Auch der Angreifer wurde verletzt.

In einer zweiten Attacke in Raanana wurde eine israelische Frau niedergestochen und verwundet. Der Angreifer versuchte zu fliehen, wurde aber von der Polizei festgenommen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief sein Sicherheitskabinett zur Krisensitzung. Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat sprach sich dafür aus, das Westjordanland und bestimmte arabische Viertel Ostjerusalems abzuriegeln. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, die Regierung erwäge eine solche Absperrung. Polizeivertreter sollten bei der Krisensitzung des Sicherheitskabinetts Vorschläge für die Eindämmung der Gewalt präsentieren.

Ynetnews.com und Haaretz berichten inzwischen von einer fünften Messerattacke in Kiryat Ata im Norden Israels. Dabei habe ein jüdischer Israeli einen anderen jüdischen Israeli mit einem Messer angegriffen, weil er ihn offensichtlich für einen Araber hielt. Das Opfer wurde dabei leicht verletzt.

Hamas lobt die Angriffe

Die palästinensische Hamas reagierte zufrieden auf die Angriffe. Ynetnews.com zufolge teilte sie mit, diese seien "eine Botschaft für jeden, der unsere Heiligen Stätten verletzt." Sie rief dazu auf die "Intifada fortzusetzen". Dies sei die natürliche Antwort auf das Schweigen der Welt.

In der jüngsten Zeit hat es eine ganze Reihe von Messerattacken einzelner Palästinenser auf Israelis gegeben. Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinenser haben sich erneut verschärft, seit vor etwa einem Monat der Streit um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem neu entbrannt ist. Viele Palästinenser befürchten, dass Israel die bisherige Regelung aufkündigen will. Die israelische Regierung bestreitet das.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB