Israel:Das Dorf Donald

Der Machtwechsel in den USA beschleunigt Israels Bautätigkeit.

Von Peter Münch

Ramat Donald wäre doch ein schöner Name, die Donaldshöhe. Zwar werden israelische Siedlungen bislang meist nach biblischen Figuren benannt: Ramat Schlomo zum Beispiel ehrt den weisen König Salomon. Aber verdient hätte es auch der nicht ganz so weise US-Präsident Trump allemal, dass eine Siedlung auf besetztem palästinensischem Land seinen Namen trägt. Schließlich ist er der neue Schutzheilige der bauwütigen israelischen Rechten.

Ganze 48 Stunden hat es gedauert, bis nach Trumps Amtseinführung die ersten Baugenehmigungen für 566 neue Siedlerwohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems erteilt wurden. Man darf sicher sein, dass dies erst der Anfang ist. Schließlich hat Trump bereits wissen lassen, dass er - anders als die vorherige US-Regierung, anders als die Europäer und anders als der UN-Sicherheitsrat - im Siedlungsbau kein Hindernis für den Frieden sieht. Das ist ein Freibrief für die Regierung von Benjamin Netanjahu.

Der neue Präsident erweist den israelischen Verbündeten noch andere Freundschaftsbekundungen; dazu zählt das Versprechen, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Eine kleine Geste der Dankbarkeit in Form einer Namensgebung könnte also angebracht sein. Die Aussicht von einer solchen Donaldshöhe aus dürfte allerdings eher düster sein - weil überall ringsum Feuer lodern und Rauch aufsteigt.

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