bedeckt München 20°

Israel:Barak: Iran derzeit keine ernsthafte Bedrohung

Moderate Töne aus Jerusalem: Israels Verteidigungsminister Barak setzt auf Diplomatie, um den Atomkonflikt mit Teheran zu lösen.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat neue Töne gegenüber Iran angeschlagen. Iran gefährde nicht die Existenz Israels, sondern sei eine globale Herausforderung, sagte Barak israelischen Tageszeitung Jediot Achronot. Jetzt sei die Zeit für Diplomatie und schärfere Sanktionen.

Ehud Barak Israel AFP

Setzt auf eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Iran: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak

(Foto: Foto: AFP)

"Ich gehöre nicht zu jenen, die glauben, dass Iran Israel in eine existenzielle Situation bringen kann. Israel ist stark. Ich sehe niemanden, der dazu in der Lage ist, Israel vor eine existenzgefährdende Situation zu stellen. Gleichzeitig denke ich, dass Iran eine Herausforderung für Israel und die gesamte Welt ist", sagte Barak.

Israel hat Iran bislang immer als größte strategische Existenzbedrohung bezeichnet. Gründe dafür sind das iranische Atomprogramm sowie gegen Israel gerichtete Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Achmadinedschad.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte während seines Besuches Ende August in Berlin, dass man "dem Bösen nicht erlauben dürfe, den massenhaften Tod von Unschuldigen vorzubereiten", sondern dies bereits im Ansatz verhindern müsse.

Kritik am Umgang mit Nordkorea

Während Iran beteuert, seine atomaren Anlagen seien lediglich für die zivile Nutzung bestimmt, geht der Westen davon aus, dass die Islamische Republik nach Nuklearwaffen strebt.

Israel habe niemals gesagt, dass es Atomwaffen besitze, sagte Barak. Zugleich sprach er sich gegen eine atomwaffenfreie Region im Nahen Osten aus. Sobald sich die Muslime von Marokko bis Bangladesch wie Westeuropa verhielten, könne man eine Diskussion über nukleare Abrüstung beginnen.

Barak plädierte in dem Interview auch für ein geschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen Nordkorea. Nordkorea verstoße mit seinem Atomprogramm und seinen Raketentests "unverhohlen" gegen den Atomwaffensperrvertrag.

Teheran registriere sehr genau, wie die internationale Gemeinschaft mit Nordkorea umgehe und werde seine Schlüsse daraus ziehen, sollte es nicht zu einer Regelung des Problems kommen. Das habe er der US-Regierung deutlich gesagt.