Island sieht von oben aus wie ein kleiner, in den Nordatlantik zwischen Grönland und Norwegen hineingeworfener Batzen Gestein, an den Rändern stark ausgefranst. Rund 400 000 Menschen leben hier, ein Drittel von ihnen in der Hauptstadt Reykjavík, die mehr als zweitausend Kilometer Luftlinie von Brüssel entfernt ist. Und, der Vollständigkeit halber, etwa viereinhalbtausend Kilometer entfernt von Washington D.C. Man könnte auch sagen: Schon rein geografisch ist Island ganz woanders als die EU und die USA. An diesem Samstag aber findet in Island eine Abstimmung statt, die mit beiden viel zu tun hat. Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft Islands.
Referendum über BeitrittsverhandlungenIsland erwägt ein Vielleicht zur EU
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EU – Nein, danke: In Vík í Mýrdal, dem südlichsten Dorf Islands, zeugt ein Heulageballen wenige Tage vor der Abstimmung von dem unter Isländern weit verbreiteten EU-Skeptizismus.
Marco Di Marco/APSoll die isländische Regierung die vor elf Jahren abgebrochenen Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufnehmen? Darüber stimmen die Isländer jetzt ab.
Von Michael Neudecker, Kopenhagen
