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Islamkonferenz in der Kritik:Eine einheitliche Struktur fehlt

Alboga und Kolat verfolgen aber noch einen anderen Plan: Sie wollen, dass der Islam in Deutschland als Kirche anerkannt wird. Gleichstellung lautet die Forderung. Dabei haben sich weder Schäuble noch seine Nachfolger im Amt des Innenministers je strikt dagegen gestellt.

Was allerdings fehlt ist eine einheitliche Organisationstruktur der Muslime. Bis jetzt bestimmen wenige starke Verbände und viele Kleinverbände das Bild der Islam-Vertretungen in Deutschland. Es gibt zwar einen Koordinationsrat. Aber selbst der kann nicht für sich beanspruchen, alle Muslime zu vertreten. Nur etwa 20 Prozent der Muslime sind überhaupt organisiert.

Die Islamkonferenz wird wohl bestehen bleiben. Darauf haben sich dann doch alle Teilnehmer einigen können. Schwerpunktthemen für die nahe Zukunft soll die Frage sein, wie die Themen der Islamkonferenz "eine stärkere regionale Ausstrahlung" finden können, sagte Friedrich. Außerdem müsse man überlegen, wie eine freie Wohlfahrtspflege der Muslime aufgebaut werden könne.

Da zählt dann eher Pragmatismus. Wie der von Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftrage im Bundeskanzleramt. Auf die Frage, was sie von eigenen Schwimmzeiten für muslimische Männer hält, die sich nicht dem Anblick von Frauen in Bikinis aussetzen wollen, antwortet sie, sie sehe da kein Problem: "Es gibt ja auch Saunen nur für Männer." Ob sich da konservative muslimische Männer immer wohlfühlen, sei mal dahingestellt.

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