Islamistischer Terror Al-Qaida veröffentlicht Video von europäischen Geiseln

  • Zwei von der al-Qaida entführte Männer aus Frankreich und den Niederlanden haben in einem Video ihre Regierungen um Unterstützung für ihre Freilassung gebeten.
  • Der nordafrikanische Ableger Aqmi des Extremistennetzes entführte die Männer bereits im November 2011 in Mali.

Islamisten veröffentlichen Geisel-Video

Die Extremistengruppe Aqmi, ein Ableger der islamistischen Terrororganisation al-Qaida im islamischen Maghreb hat nach Angaben von US-Beobachtern ein Video veröffentlicht, das zwei Geiseln aus Frankreich und den Niederlanden zeigt. Frankreich bestätigte die Authentizität der Aufnahme. Dies sei ein langerwartetes Lebenszeichen, hieß es in Paris.

In der Aufnahme sind der Franzose Serge Lazarevic und ein Mann zu sehen, der sich selbst Sjaak Rijke aus den Niederlanden vorstellt. Sie appellieren darin an ihre jeweiligen Regierungen, über ihre Freilassung zu verhandeln. Das Video zeigt die Männer an zwei unterschiedlichen Orten.

Beide Männer waren im November 2011 im westafrikanischen Mali unabhängig voneinander entführt worden. Das Video gibt keinen Hinweis darauf, wann es aufgezeichnet wurde. Der als Rijke präsentierte Mann nennt als Datum aber den 26. September. Lazarevic sagt in der Aufnahme, er sei schwer krank. Sein Leben sei seit der französischen Intervention im Irak in Gefahr. Auch der Niederländer bat um Hilfe. Sollte ihm etwas zustoßen, sei die Regierung in Den Haag dafür verantwortlich. Auch er beklagte einen schlechten Gesundheitszustand. Konkrete Forderungen der Geiselnehmer wurden nicht genannt.

Der Franzose war zuletzt im Juni in einem Aqmi-Video aufgetaucht, Rijke im September vergangenen Jahres. Auf die Existenz des Videos machte das US-Unternehmen Site aufmerksam, das auf die Auswertung islmistischer Internetportale spezialisiert ist.

Beide Länder beteiligen sich am Einsatz gegen IS

Frankreich und die Niederlande beteiligen sich am internationalen Einsatz gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak. Die französische Armee kämpft zudem in der früheren Kolonie Mali gegen Islamisten mit Verbindungen zur al-Qaida.

Obama ordnet Prüfung des Umgangs mit Geiselnahmen an

Nach der Tötung einer weiteren US-Geisel durch Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) ordnete US-Präsident Barack Obama nun offenbar eine Überprüfung des Umgangs mit Geiselnahmen an. Das berichteten die Zeitung Wall Street Journal und mehrere Fernsehsender unter Berufung auf einen Brief einer führenden Mitarbeiterin des US-Verteidigungsministeriums.

Demnach soll die Zusammenarbeit von Behörden und Ministerien bei Geiselnahmen besser koordiniert werden. Das sei nötig, weil die Zahl der verschleppten US-Bürger im Ausland zugenommen habe. Das Pentagon wolle alle Möglichkeiten einsetzen, um die Freilassung amerikanischer Geiseln zu erreichen, hieß es. Ob dies auch Lösegeldzahlungen einschließt, blieb zunächst unklar.

Die USA weigern sich bislang, Lösegelder zu zahlen. Die Regierung argumentiert, dass andernfalls der Anreiz größer werde, US-Bürger im Ausland zu entführen. Am Sonntag war die Enthauptung des US-Entwicklungshelfers Peter Kassig bekannt geworden.