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Islamisten im Irak:Katar distanziert sich von IS-Miliz

Deutliche Worte aus Katar: Das Emirat erklärt, dass es mit den Dschihadisten nichts zu tun habe und reagiert damit auch auf Äußerungen aus der Bundesregierung. Paris und Bagdad sprechen unterdessen über eine internationale Konferenz zur Sicherheit im Irak.

  • Katar distanziert sich von der Terrormiliz IS und verurteilt die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch die Dschihadisten scharf.
  • Katar reagiert damit auch auf die Äußerungen von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) über die Finanzierung der IS-Miliz.
  • Bagdad begrüßt offenbar französische Initiative für eine internationale Konferenz zur Sicherheit im Irak.

Katar geht auf Distanz zur Terrormiliz IS

Katar hat sich mit deutlichen Worten von der radikalislamischen Miliz Islamischer Staat (IS) distanziert. Das Emirat unterstütze "in keiner Weise" extremistischen Gruppen wie IS und werde dies auch nicht tun, betonte Außenminister Chaled al-Attijah in einer am Samstag in London verbreiteten Erklärung. "Ihre Ansichten, ihre gewalttätigen Methoden und ihre Ziele sind für uns abstoßend." Die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch IS verurteilte Al-Attijah als "barbarischen" Mord.

Das Emirat reagiert damit auch auf Äußerungen aus Deutschland

Katar reagiert damit auch auf Äußerungen von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) über die Finanzierung der IS-Miliz. Dabei ließ dieser den wörtlichen Einschub "Stichwort Katar" fallen. Die Bundesregierung sah sich daraufhin zu einer Klarstellung gezwungen und sprach von einem Missverständnis. Sie hat nach Angaben des Außenministeriums keine Erkenntnisse über eine Unterstützung der Miliz durch das Emirat.

Eine Sprecherin Müllers betonte, der Minister habe sich nur auf entsprechende Presseberichte bezogen. Islamistische Aufständische haben große Gegenden im Nordirak sowie im Norden und Osten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. In Diplomaten- und Oppositionskreisen wird Katar vorgeworfen, nicht nur wie Saudi-Arabien und der Westen gemäßigte Rebellen zu unterstützen, sondern auch solche, die einen streng islamischen Staat errichten wollen. Al-Attijah wies diese Darstellung als schlecht informiert zurück. Das Ziel Katars sei, nach besten Kräften zu Frieden und Gerechtigkeit in der Region beizutragen. Er forderte gemeinsame Anstrengungen, um die Gewalt im Irak und in Syrien zu beenden.

Paris und Bagdad sprechen über internationale Konferenz im Irak

Die französische Initiative für eine internationale Konferenz zur Sicherheit im Irak stößt in Bagdad offenbar auf Zustimmung. Der irakische Präsident Fuad Masum habe Frankreichs Staatschef François Hollande in dieser Angelegenheit seine Unterstützung zugesagt, teilte der Elysée-Palast nach einem Telefonat der beiden Politiker am Samstag mit. Hollande kündigte an, das Treffen so schnell wie möglich zu organisieren. Der französische Präsident hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitung Le Monde eine solche Konferenz vorgeschlagen, bei der die internationale Gemeinschaft vor allem über die Bekämpfung der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) beraten soll.