Islamismus Terrorverdacht - Bundesanwaltschaft klagt Salafistenprediger Lau an

Sven Lau spricht auf einer Salafisten-Veranstaltung in Köln im Sommer 2012.

(Foto: dpa)
  • Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den salafistischen Prediger Sven Lau erhoben.
  • Der deutsche Konvertit soll als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrorgruppe Jamwa fungiert haben.
  • Bekannt war er als Initiator der Wuppertaler "Scharia-Polizei" geworden.

Ein Prozess gegen den unter Terrorverdacht stehenden islamistischen Prediger Sven Lau wird immer wahrscheinlicher. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den 35-Jährigen erhoben, der seit Mitte Dezember in Untersuchungshaft sitzt. Das teilte sie in Karlsruhe mit.

Dem als Initiator der Wuppertaler "Scharia-Polizei" bekannt gewordenen Salafistenprediger wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Lau soll von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrorgruppe Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa) tätig gewesen sein, die eng mit dem Islamischen Staat (IS) verbunden ist. Lau sei "eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf" gewesen.

Lau soll Kämpfer an die Jamwa vermittelt haben

Konkret wird dem deutschen Konvertiten Folgendes vorgeworfen: Lau soll unter anderem im Spätsommer 2013 zwei Dschihadisten an eine in Syrien stationierte Kampfeinheit der Jamwa vermittelt haben - darunter Ismail I., der im vergangenen März vom Oberlandesgericht Stuttgart zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Ende September 2013 soll Lau den Ermittlungen zufolge selbst nach Syrien gereist sein und dort den Auftrag erhalten haben, Nachtsichtgeräte für die Jamwa zu beschaffen. Zurück in Deutschland kaufte Lau daraufhin nach Erkenntnissen der Ermittler über eine Kontaktperson drei Nachtsichtgeräte im Gesamtwert von 1440 Euro. Diese Geräte soll er Ende Oktober 2013 entweder selbst oder über eine Hilfsorganisation in das Basislager der Jamwa nach Syrien gebracht haben.