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Islamischer Staat:Irakische Behörden melden Tod von IS-Vize

  • Der Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi soll bei einem Luftangriff der US-geführten Militärallianz auf eine Moschee getötet worden sein.
  • Die US-Streitkräfte dementieren. Es habe zwar Angriffe gegeben, eine Moschee sei jedoch nicht bombardiert worden. Auch gebe es keine Informationen über den angeblichen Tod des IS-Vize-Chefs Al-Afri.
  • Al-Afri hat angeblich die operative Führung der Terrormiliz übernommen, nachdem al-Bagdadi bei einem Luftangriff im März schwer verletzt wurde.
  • IS-Terroristen rücken derweil auf die historische Oasenstadt Palmyra vor.

Al-Afri soll IS bereits faktisch geführt haben

Der Vize-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Alaa al-Afri, soll bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition im Irak getötet worden sein. Das berichten arabische Medien unter Berufung auf das irakische Verteidigungsministerium. Demnach soll sich die Nummer Zwei nach dem selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi mit anderen IS-Mitgliedern in einer Moschee im Distrikt Tel Afar aufgehalten haben, als der Angriff erfolgte. Auch weitere Mitglieder der Terrormiliz sollen bei dem Luftschlag getötet worden sein.

Das US-Militär bestätigte die Angaben indes nicht. Zwar habe man im fraglichen Gebiet Luftangriffe auf den Islamischen Staat geführt. Weder sei dabei aber eine Moschee bombardiert worden, noch gebe es Informationen über den angeblichen Tod des IS-Terroristen al-Afri.

Abu Alaa al-Afri der auch unter dem Namen Abd al-Rahman Mustafa al-Qaduli bekannt ist, soll Medienberichten zufolge die Führung der Terrormiliz übernommen haben, nachdem al-Bagdadi bei einem Luftangriff schwer verletzt wurde. Das hatte zuvor die britische Tageszeitung Guardian berichtet. Arabische Medien bezeichneten ihn daher bereits als "neuen IS-Kalifen". Eine Bestätigung dafür gibt es nicht. In der Vergangenheit hatten sich vermeintliche Erfolgsmeldungen über den Tod von IS-Führern auch immer wieder als Falschmeldung herausgestellt.

Al-Afri soll ein ehemaliger Physik-Lehrer aus Tel Afar sein, der sich 1998 al-Qaida in Afghanistan anschloss. Er soll auch im Kontakt mit Osama bin Laden gestanden haben. Später stieg al-Afri zum Al-Qaida-Chef im Irak auf, bevor er sich dem Islamischen Staat anschloss. Die USA haben ein Kopfgeld von sieben Millionen US-Dollar (etwa 6,2 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

IS rückt auf historische Oasenstadt Palmyra vor

Unterdessen erzielte die Terrormiliz im Osten Syriens Erfolge gegen das Regime und rückte näher auf die historische Oasenstadt Palmyra vor. In heftigen Gefechten hätten die Extremisten östlich von Palmyra große Teile des Ortes Al-Suchna eingenommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei den Kämpfen seien mindestens 28 Anhänger des Regimes und 20 IS-Kämpfer getötet worden, hieß es weiter. Rund 100 Menschen wurden demnach verletzt. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in England stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite können die Informationen nicht überprüft werden.

Der Oppositionssender Orient News meldete, das Regime habe in Palmyra Verstärkungen mobilisiert. In der Region liegen wichtige Gasfelder, um die es schon seit Monaten immer wieder heftige Kämpfe zwischen Regimetruppen und dem IS gibt. Nach Angaben von Oppositionsmedien befinden sich in der Nähe von Palmyra außerdem Waffenlager der Armee. Die Oasenstadt zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und wird bisher vom Regime kontrolliert.

© Sz.de/dpa/AFP/cmy/mane
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