Irre Ideen aus dem Atomzeitalter:Die Öl-Stopp-Bombe

Als das BP-Öl 2010 den Golf von Mexiko verseuchte und keine Technik das Bohrloch verschließen konnte, erinnerten sich Techniker an Russland: Dort wurde vor Jahrzehnten bei vergleichbaren Katastrophen einfach ein nuklearer Sprengsatz gezündet. Die mächtige Hitze ließ das Gestein schmelzen - und das Bohrloch war dicht.

Angesichts des mächtigen Ölstroms fand diese Idee auch in den USA wachsenden Zuspruch, bis sich am Ende das Energieministerium zu einem harschen Dementi genötigt sah: Energieminister Steven Chu erwäge nicht, unter dem Meer eine Atombombe zu zünden. Experten wiesen daraufhin, dass eine solche Explosion nicht nur das Problem radioaktiver Verseuchung mit sich bringen würde, sondern auch angesichts der Abrüstungsbemühungen politisch nicht vertretbar sei.

Schließlich ließ sich das Bohrloch doch ohne Atombombe abdichten. Die Umweltkatastrophe war auch so groß genug.

(Hans von der Hagen)

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