Irre Ideen aus dem Atomzeitalter:Strahlend weiße Zähne

zahnpasta

Radioaktive Zahnpasta aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: "Die Zellen werden mit neuer Lebensenergie geladen."

Während des Zweiten Weltkriegs war die Begeisterung für Radioaktivität derart groß, dass sich Firmen wie die Berliner Auergesellschaft an radioaktiven Zahnpasten versuchten. Das Unternehmen hatte bereits Erfahrung in der Verarbeitung von Uran und sich während der Besetzung Frankreichs die Thorium-Bestände einer französischen Firma geschnappt.

Da die Auergesellschaft erwog, sich nach dem Krieg auf den Bereich Kosmetik zu konzentrieren, machte sie mit der radioaktiven Zahnpasta schon mal einen Anfang und verarbeitete ihr Thorium in der Creme.

In Werbebroschüren stellte die Firma die radioaktiven Partikel als strahlende kleine Schutzpolizisten im Kampf gegen "die Feinde Ihrer Zähne" dar. Die Abwehrkräfte von Zähnen und Zahnfleisch werde gestärkt, die Paste sei "erfrischend und keimtötend", hieß es. Und weiter: "Die Zellen werden mit neuer Lebensenergie geladen, die Bakterien in ihrer zerstörenden Wirksamkeit gehemmt."

(Hans von der Hagen)

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