Irland Waffenlager an nordirischer Grenze gefunden

Ein Wandbild im nordirischen Londonderry, das viele Iren und besonders radikale Republikaner weiterhin Derry nennen.

(Foto: Getty Images)
  • In der Stadt Omeath an der Grenze zwischen Irland und Nordirland hat die Polizei ein Waffenlager gefunden, das mutmaßlich von radikalen irischen Republikanern angelegt wurde.
  • Die Polizisten fanden unter anderem eine "bedeutende Menge" Waffen und Munition.
  • Der Fund fällt in eine Zeit, in der die Angst vor neuer Gewalt an der inneririschen Grenze wieder steigt.

Bei Ermittlungen gegen radikale irische Republikaner im Norden der Republik Irland hat die Polizei in dem Grenzdorf Omeath eine "bedeutende Menge" Waffen und Sprengstoff gefunden. Das berichten britische Medien. Einem Polizeistatement zufolge fanden die Polizisten am Freitagabend unter anderem Munition verschiedener Kaliber und einen Mörser. Sprengstoffexperten der Armee mussten zur Räumung des Verstecks anrücken.

Der Fund reiht sich ein in verschiedene Ereignisse der vergangenen Wochen, die die Furcht vor neuer Gewalt an der irisch-britischen Grenze in Nordirland steigen lassen. Die Angst vor einem unkontrollierten Brexit und der daraus folgenden harten Grenze auf der irischen Insel tragen dazu bei.

Radikale Republikaner bekennen sich zu dem Anschlag im Januar

Ebenfalls am Freitagabend wurden im nordirischen Londonderry zwei Männer auf "paramilitärische Art" angeschossen. Das teilte die nordirische Polizei auf Twitter mit. "Es deprimiert mich, dass ich beim Verfassen dieser Nachricht ein Déjà vu habe", schrieb der Social-Media-Beauftragte.

Erst vor zwei Wochen war in Londonderry eine Autobombe explodiert. Schnell fiel der Verdacht auf republikanische Splittergruppen, die auch nach dem offiziellen Ende des Guerillakrieges auf der Insel durch das Karfreitagsabkommen 1998 weiter aktiv sind.

Mitte vergangener Woche bekannte sich eine Gruppe, die sich selbst als "IRA" bezeichnet, zu dem Anschlag. Der Lokalzeitung Derry Journal wurde ein Statement zugespielt, in dem die Gruppe ankündigt, weiter gegen "die Truppen der Krone und das imperialistische Establishment" vorgehen zu wollen. Der Brexit spiele für die Motivation der Terroristen aber keine Rolle: "All das Gerede von harten oder weichen Grenzen hat keine Bedeutung für uns", heißt es in dem Statement, "die IRA wird nicht verschwinden".

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