Iranisches Atomprogramm:Iran bringt Uran-Zentrifugen unter die Erde

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Iran arbeitet offenbar weiter an seinem Atomprogramm. Ingenieure verlegen Zentrifugen zur Urananreicherung in eine unteriridsche Anlage in Fordo - wo sie vor möglichen Luftangriffen geschützt sind.

Die unterirdische Anlagen sollen vor möglichen Luftangriffen schützen: Der Iran hat einige seiner Zentrifugen zur Uran-Anreicherung von der Hauptanlage in Natans ins zentraliranische Fordo verlagert. Dies berichtete der staatliche Sender IRIB am Montag unter Berfung auf den Vizepräsidenten und Chef des iranischen Atomprogramms, Fereidun Abbassi Dawani.

Iran installiert neue Uran-Zentrifugen in Natans

Hier hatte nahm die iranische Uran-Anreicherung ihren Anfang: die Atomforschungsanlage in Natans.

(Foto: Abedin Taherkenareh/dpa)

Die iranischen Behörden wollen in Fordo mit der Anreicherung von Uran anfangen. 3000 Zentrifugen sollen dort das für die Atombrennstäbe benötigte Isotop Uran-235 aus dem Gas Uranhexafluorid filtern. Über diesen Schritt hatte der Iran die internationalen Atomenergiebehörde IAEA bereits im Februar dieses Jahres informiert.

Atomprogrammchef Abbassi Dawani hatte bisher die Welt wissen lassen, dass der Iran seine Produktion von auf 20 Prozent angereichertes Uran ausweiten und diese von Natans nach Fordo verlegen werde. Doch diesmal schwieg der Chef des Atomprogramms darüber, ob die Zentrifugen in den neuen Anlagen tatsächlich 20 Prozent angereichertes Uran produzieren werden.

Nach Angaben der IAEA verfügt der Iran mittlerweile über 60 Kilogramm angereichertes Uran-Material, das für Atomkraftwerke als auch für Atomwaffen verwendet werden kann.

Die Anlage in Fordo ist erst seit 2009 der Weltöffentlichkeit bekannt. Damals besuchten erstmals Inspektoren der IAEA die neue Anlage. Weil die internationale Gemeinschaft den Iran verdächtigt, mit seinem Atomprogramm auch militärische Zwecke zu verfolgen, führte die Kenntnisnahme der Atomanlage in Fordo zu einer schweren Krise zwischen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran.

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