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Flugzeugträger:USA verlegen Kampfverbände in Nahen Osten - Warnung an Iran

  • Als militärische Warnung an Iran verlegen die USA einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten.
  • Die USA wollten keinen Krieg gegen Iran führen, seien aber bereit, auf jegliche Attacke mit "unerbittlicher Stärke" zu antworten, sagte der nationale Sicherheitsberater.
  • Die Regierung wirft dem Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor.

Mit einer militärischen Machtdemonstration wollen die USA den Druck auf Iran erhöhen. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel würden in den Nahen Osten verlegt, teilte der nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, am Sonntag mit.

Die Aktion sei eine Reaktion auf "eine Reihe von beunruhigenden und eskalierenden Indizien und Warnungen". Was er genau damit meinte, sagte Bolton nicht. Washington wolle nun die Botschaft aussenden, dass bei jeglichem Angriff auf Interessen der USA oder deren Verbündeten "unerbittliche Stärke" gezeigt werde. Bolton, der als außenpolitischer Hardliner gilt, sagte auch: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Krieg mit dem iranischen Regime an."

Im Streit über Irans Atomprogramm hatten die USA Strafmaßnahmen gegen das Land ausgeweitet. Seit dem 1. Mai müssen alle Länder mit Sanktionen rechnen, die Öl aus Iran importieren. Ausnahmen für einige wenige Abnehmer liefen zu diesem Datum aus. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Er will die iranischen Öllieferungen ganz zum Erliegen bringen.

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel waren zuletzt im Mittelmeer stationiert. Wohin genau er verlegt werden soll, ließ Bolton offen: Er sprach lediglich von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando Centcom zuständig ist - dieses Gebiet reicht von Syrien im Westen bis Pakistan im Osten. Demnach dürfte die Lincoln zunächst Kurs auf das Rote Meer, dann womöglich auf das Arabische Meer oder den Persichen Golf nehmen. Die US-Marine hat derzeit keinen Flugzeugträger im Persischen Golf.

Derzeit steht Iran unter den schärfsten Sanktionen seiner Geschichte. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus Iran für die größten Bezieher wie China und Indien wurden vor wenigen Tagen aufgehoben. Experten befürchten, dass Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

Die USA werfen Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als Usurpator betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen.

Ebenfalls am Montag gaben die USA bekannt, zwei Kriegsschiffe in umstrittene Gewässer des Südchinesischen Meers geschickt zu haben. China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich, doch auch Chinas Erzrivale Taiwan sowie eine Reihe asiatischer Staaten betrachten Gebiete dort als ihr Territorium. Die USA werfen China vor, mit der Einrichtung von Militärstützpunkten auf künstlichen Inseln und Riffen aufzurüsten und die Schifffahrt in den strategisch wichtigen Gewässern zu behindern. Die Pekinger Führung verteidigt ihr Vorgehen als notwendig zur Selbstverteidigung. Sie beschuldigt die USA, die Spannungen in der Region durch die Entsendung von Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen zu verschärfen.

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